Die Perimenopause – sind wir bereits in den Wechseljahren, ohne es zu wissen?

Die Brüste spannen, die Mens kommt mal früher, mal später, und man fühlt sich ständig erschöpft. “Muss” frau da einfach durch? Oder steckt vielleicht etwas viel Tiefgreifenderes hinter den Symptomen? Andrea Jansen hat mit zwei der Expertinnen vom Podcast “Villa Margarita”– der Apothekerin Priska Christen und der Frauenärztin Anja Wüest – über eine Phase unseres Lebens gesprochen, in der sich noch einmal alles verändert. Und wir – womöglich – wieder durchstarten.

Die Frauenärztin Anja Wüest und die Apothekerin Priska Christen haben mit Andrea Jansen über die Perimenopause, die Wechseljahre, gesprochen.
Die Frauenärztin Anja Wüest (links) und die Apothekerin Priska Christen (rechts) sprechen in ihrem Podcast über Gesundheit, Medizin und Schönheit.

Andrea: Priska, Du bist Apothekerin. Anja, Du Frauenärztin. Sagen wir mal, ich käme zu einer von Euch zur Beratung: Ich bin 42, fühle mich sehr oft erschöpft, nehme aus unerklärlichen Gründen zu, obwohl ich relativ viel Sport mache und bin – laut meinem Mann – sehr oft gereizt… Was ist bloss mit mir los?

Anja: Was mit dir los ist? Ich glaube, du bist eigentlich in einer ganz bestimmten Phase deines Lebens angekommen: der Perimenopause. Viele Frauen in unserer Altersgruppe beschreiben solche Symptome – mal ausgeprägter, mal weniger stark. Aber grundsätzlich sagen alle: “Hey, irgendwie bin ich eigentlich genau noch ich. Aber irgendwie fühle ich mich anders.”

Alles nur eine Phase?

Andrea: Wann fängt diese Perimenopause an? Oder anders gefragt, was heisst “Perimenopause” genau?

Anja: Die Menopause und die Wechseljahre – also eben die Perimenopause – sind etwas total Unterschiedliches. Im Fachjargon ist die Menopause eigentlich der Zeitpunkt, an dem man die letzte Menstruation gehabt hat. Das kann man eigentlich nur retrospektiv herausfinden.

Priska: Zwölf Monate später, gell? 

Anja: Genau. Man muss ein Jahr warten. Und wenn man ein Jahr lang keine Blutung mehr hat, dann hat man die Menopause gehabt. Das ist wie die erste Menstruation, die Menarche. Wir sprechen also von einem Zeitpunkt. Und die Perimenopause …

Priska: … ist eine Phase. 

Anja: Genau. 

Priska: Eine länger dauernde Phase. 

Anja: Genau. 

Andrea: Ich merke, es stimmt also trotzdem: “Alles ist nur eine Phase.” (lacht)

Anja: (lacht) Das stimmt, zum Glück! Manchmal ist es aber auch eine sehr gute Phase: Man ist in der Mitte des Lebens. Die Kinder sind vielleicht ein bisschen selbstständiger – wenn man denn Kinder hat. Im Beruf läuft es auch rund. Man lässt sich vielleicht auch nicht mehr alles bieten, ist bei sich angekommen. 

Priska: Es ist häufig auch die Phase, in der man beruflich so richtig durchstartet!

Anja: Genau. 

Hey, irgendwie bin ich eigentlich genau noch ich. Aber irgendwie fühle ich mich anders.

frauen in den wechseljahren

Andrea: Wann fängt die Perimenopause denn frühestens an? Wann ist sie in der Regel zu Ende? 

Anja: Es ist kein klar definierter Begriff. Von der reproduktiven Phase sprechen wir, wenn der Zyklus regelmässig ist. Man hat jeden Monat den Eisprung, eine Mens. Der erste Hinweis auf die Wechseljahre ist nicht unbedingt, dass man zum Mann und den Kindern immer gereizt ist, sondern dass der Zyklus vielleicht ein bisschen anders wird. Das heisst, vielleicht hat man vor der Menstruation, oder zwischendurch, kleinere Schmierblutungen. Die Blutung beginnt nicht sofort mit Paukenschlag.

Priska: Manchmal hat man auch ein Spannungsgefühl in den Brüsten, das stärker wird. 

Anja: Genau. Auch ein bisschen aufgedunsenere Brüste. 

Priska: Grundsätzlich kann es schon ab 38 losgehen. Aber Du wolltest jetzt keine Zahl nennen, gell Anja.

Anja: Nein. Es gibt auch keine verbindliche Zahl. Es ist der Zeitpunkt, wo man merkt, man fängt sich an zu verändern. Irgendwie hat man das Gefühl: “Hey, was ist das da?” Das ist nicht bei allen mit 38 und auch nicht bei allen mit 45. Die Perimenopause ist wirklich eine Phase, die unterschiedlich lang dauern kann. 

Es baut die schön aufgebaute Schleimhaut ein bisschen um, schaut zum Rechten.

Anja über das Hormon Progesteron

Andrea: Ich habe einmal ein bisschen nachgelesen, was das für Symptome sein könnten, die darauf hinweisen. Ich habe zum Beispiel gefunden, dass die Menstruation stärker werden kann oder – wie Du vorhin erwähnt hast – nicht so “zack” anfängt, sondern mit Schmierblutungen. Gewichtszunahme, Müdigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen habe ich noch gefunden. Gibt das ein vollständiges Bild?

Priska: Die Menstruation wird auch anders in ihrer Konsistenz. Durch den Progesteronmangel – das ist das Gelbkörperhormon – bildet das Blut kleine Gerinnsel – sie sehen beinahe aus wie Leberli … die heissen …

Anja: … Koagel. 

Priska: Koagel sagt Anja. (lacht)

Anja: Ja, das ist wie geronnenes Blut. Doch, es hat schon ein bisschen Leberkonsistenz und den gleichen Look. Und wie Priska sagt, das hat mit einem Progesteronmangel zu tun. Nach dem Eisprung wird im Eierstock vermehrt das Hormon Progesteron produziert. Es baut die schön aufgebaute Schleimhaut ein bisschen um, schaut zum Rechten. Das heisst, wenn dieser Vorgang nicht mehr so schön abläuft – vielleicht, weil eben ein Mangel vorliegt, oder weil du zum Beispiel keinen Eisprung mehr gehabt hast – dann kann es sein, dass es dann bei der nächsten Mens unkontrolliert fest blutet. Alles, was nicht sofort herausrinnt, bleibt in der Gebärmutterhöhle zurück, gerinnt nachher dort und kommt als Koagel heraus. Das Blutungsmuster wird verändert.

Priska: Hast du das mit den Brüsten gesagt? 

Anja: Genau. Das ist auch ganz typisch. Das hat eigentlich ebenfalls mit dem Progesteronmangel zu tun, denn das Östrogen hat auf das Brustgewebe einen positiven – also stimulierenden – Effekt. Und das Progesteron – als Gegenspieler sozusagen – verhindert aber, dass sich dort viel Wasser ansammelt.

Priska: Dass es hart wird, quasi, oder? 

Anja: Genau. Und das heisst, wenn du einen Mangel hast, überwiegt das Östrogen und macht, dass die Brust “hart” wird.

Priska: Es gibt tatsächlich Frauen, die nicht mehr auf dem Bauch schlafen können.

Viele Frauen haben kleine Kinder und bringen ihre Erschöpfung damit in Verbindung – wie können sie erkennen, dass vielleicht ein Hormonmangel vorliegt?

Andrea



Andrea: A propos Schlafen: Ganz viele Frauen haben mit 38 oder mit 40 entweder gerade ein Kind geboren oder noch ganz kleine Kinder. Ich glaube, die wenigsten denken an ihre Hormone, wenn sie unglaublich müde sind oder Schlafstörungen haben. Wie können sie erkennen, ob da ein Mangel vorliegt, oder es sich einfach um den “normalen” Wahnsinn des Alltags mit Baby oder Kleinkind handelt?

Priska: Ich selber bin ein grosser Fan vom Zyklusmonitoring mit der symptothermalen Methode. “Sympto” für Symptom, Körpersymptom. Das kann das Spannen der Brüste oder der Zervixschleim sein, der sich im Laufe eines Zyklus sehr stark verändert. Und “thermal” steht für die Basaltemperatur, die man am Morgen unter der Zunge misst. Da siehst du eigentlich fast jeden Monat: “Habe ich jetzt noch einen Eisprung gehabt? Ist er ein bisschen verspätet gekommen? Schwächelt mein Gelbkörper ein bisschen?” Dadurch kannst du sehr viele Informationen gewinnen.

Anja: Ja, das kann man. Deine Methode ist ja super. Ich bin immer wieder wahnsinnig fasziniert, mit welcher Begeisterung Priska das auch immer wieder kommuniziert. (lacht) Für mich wäre das gar nichts, weil ich ganz, ganz strikt die Temperatur messen muss. Man muss dranbleiben und Alkoholkonsum zum Beispiel kann die ganzen Werte verfälschen. Oder wenn man hormonell verhütet.

Priska: (lacht) Mittlerweile gibt es Apps. Da muss man nicht mehr mit dem Lineal und dem Häuschenblatt eine Kurve zeichnen. Aber interpretieren musst du es nachher trotzdem noch selber. 

Andrea: Gibt es Apps, die du empfehlen würdest? 

Priska: Ja, myNFP empfehle ich persönlich zum Beispiel gerne. Und dann gibt es auch solche, die an ein Gerät gekoppelt sind – da möchte ich kein spezielles herausstreichen. Aber Anja, du würdest es wahrscheinlich ganz anders abklären, oder? Wenn jemand nicht einschätzen kann, ob es sich um die Wechseljahre handelt. Machst du einen Hormontest? 

Einmal Hormontest, bitte!

Anja: Man kann immer einen Hormonstatus machen. Da findet man natürlich sehr viel raus, was in dir abgeht. Man kann ihn bei jedem Frauenarzt, jeder Frauenärztin, machen lassen. Es ist wichtig, dass man es am Anfang des Zyklus macht, in den ersten fünf Tagen. Weil dann haben wir Referenzwerte, wie hoch das Östrogen oder all die stimulierenden Hormone vom Eierstock sein sollten.

Priska: Genau. Das heisst, am ersten Tag, an dem es blutet, ist der Tag eins. Dann fängst du mit dem Zählen an. Das ist wichtig. 

Anja: Und wenn man natürlich den Hormonstatus, also die weiblichen Hormone, prüft, sollte man dazu auch noch alle anderen Differenzialdiagnosen machen, die genau die gleichen Symptome haben können.

Priska: Die Schilddrüse zum Beispiel. Wenn die Frau jetzt zum Beispiel sagt, sie ist müde, könnte sie auch eine Schilddrüsenunterfunktion haben. 

Anja: Die Schilddrüse ist ganz wichtig. Ich untersuche aber zum Beispiel auch alle männlichen Hormone. Es gibt auch Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel, die sich genau gleich äussern können, mit Müdigkeit und Gereiztheit. Wenn, dann mache ich meistens eine komplette Abklärung. 

Andrea: Also zusammengefasst: Man geht zum Frauenarzt, zur Frauenärztin, und sagt: “Ich hätte gern einen Hormonstatus.”

Anja: Genau. 

Andrea: Die wissen dann, was damit gemeint ist. 

Anja: Die sollten es wirklich wissen. (lacht)

Andrea: Warum ist das nicht etwas, das man automatisch ab einem gewissen Alter empfiehlt? 

Anja: Das ist schwierig. 

Priska: Eine gute Frage. 

‘Da musst du jetzt durch.’ Das ist ein inneres Bild, das frau manchmal hat.

Priska über weibliche Fehlannahmen

Anja: Oft ist man ja einfach für die Jahreskontrolle eingebucht. Das heisst, es gibt wahrscheinlich keine lange Redezeit. In meiner Hormonsprechstunde sagen Frauen oft: “Ich habe gar keine Zeit gehabt oder vergessen, das anzusprechen.” Oder dann heisst es, “das gehört jetzt zu dieser Phase dazu”. Leider ist es auch so, dass sich viele einfach sagen: “Es ist jetzt einfach so, da muss ich jetzt durch.”

Andrea: Wir Frauen tendieren ja sowieso dazu. Wir denken, es müsse halt schon irgendwie gehen.  

Priska: “Da musst du jetzt durch.” Das ist ein inneres Bild, das frau manchmal hat. “Da musst du jetzt ein bisschen leiden. Das gehört zum Leben.” Und das stimmt eben nicht. 

Anja: Ja, und ich möchte jetzt auf keinen Fall, dass man sagt: “Ah, jetzt habe ich den Grund. Ich bin in der Perimenopause. Aber ‘that’s it’, da muss ich durch.”

Priska: Wir möchten die Frauen aufklären. 

Anja: Genau – dass man etwas machen kann! Nicht nur, dass man jetzt weiss, “aha, es hat wahrscheinlich mit der Phase zu tun.”

Priska: Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man überhaupt selber an diese Möglichkeit denkt. Dass du nicht nur denkst, “ich mache jetzt bei der Frauenärztin den Krebsabstrich oder lasse mir vielleicht noch die Brust abtasten.” Sondern, dass du auch daran denkst, dass die Hormone einen Einfluss auf dein Befinden haben könnten. Ich glaube, das ist der erste Schritt. 

Anja: Die Awareness, die muss man wirklich schaffen. 

Priska: Das ist ein gutes Wort. 

Andrea: Wir sind ja gerade dabei, das zu tun. (lacht)

Anja Wüest hat mit Andrea Jansen über die Perimenopause, die Wechseljahre, gersprochen.
Frauenthemen haben sie schon immer bis ins anatomische Detail interessiert, schreibt Anja über sich auf ihrer Webseite.

Anja: Wirklich wichtig ist, den Hormonstatus mit einer Fachperson auszuwerten und zu besprechen. Aus den Daten kann man als Laie nicht viel herauslesen. Dass man sich beispielsweise nicht so gut fühlt, erschöpft oder gereizt ist – das ist der Körper, der auf die Hormonschwankungen reagiert. Ein Wunder, das der Körper macht, wenn er merkt, vom Eierstock kommt nicht mehr viel, weil “das Lager” langsam leer ist.

Hey Hirn, ich muss stimuliert werden!

Eierstock

Dann gibt er ein Feedback an das Gehirn und sagt: “Hey, Hirn, ich muss stimuliert werden.” Das Hirn stimuliert dann los und man hat dann wieder genügend Östrogen, das im stimulierten Eierstock vermehrt produziert wird. Das gibt manchmal extreme Schwankungen. Deshalb ist es genau richtig, was Priska gesagt hat. Es gibt keinen Wert, der uns sagt, “okay, jetzt bist du wirklich drin in den Wechseljahren.” Es geht um die Symptome, die Menstruationsveränderungen. Und vielleicht können sie uns zusammen mit dem Labor einen Hinweis geben. Aber schlussendlich ist es keine absolute Wissenschaft

Perimenopause googeln: Das Business mit den Wechseljahren

Andrea: Wenn man jetzt “Perimenopause” googelt, findet man sehr schnell Webseiten, die einem Substanzen oder Hilfssachen verkaufen wollen. Es gibt dann ein paar Fragen zum Lifestyle, zur Ernährung, Sport, Stress, Schlaf und mentaler Gesundheit. Nach der Auswertung kommen dann ein paar Tipps und Produkte, die ich kaufen könnte. Mich nimmt es Wunder, was haltet ihr von solchen Seiten oder von solchen Selbsttests? Ist das ein guter Einstieg oder ein guter Überblick? Oder ist das einfach nur gutes Marketing? 

Anja: Also ich kenne keine solchen Seiten. 

Priska: Für die Awareness ist das sicher gut. 

Anja: Ich bin eigentlich kein Google-Fan. Und vor allem dann die Tipps, die müsste ich mal lesen. Da gibt es sicher qualitative Unterschiede.

Priska: Ich bekomme viele Anfragen von generierten Tipps im Nahrungsergänzungsbereich. Das ist meistens absoluter Blödsinn. 

Andrea: Gibt es denn Nahrungsergänzungsprodukte, die für alle Frauen, die sich in der Perimenopause befinden, wirken? Oder ist es wirklich sehr individuell? 

Priska: Es gibt Sachen, die immer gut wirken. Zum Beispiel hat Nachtkerzenöl eine ausbalancierende Wirkung auf den gesamten Hormonhaushalt. Aber da kannst du nicht ab und zu einfach eine Kapsel nehmen, sondern musst relativ hoch dosiert einsteigen. Und je nach Symptomen, die man hat – bei Reizbarkeit oder Schlafstörungen – kannst du natürlich mit Magnesium, in Kombination mit Kalzium und Vitamin D, etwas bewirken. Das ist dann auch immer ein bisschen eine Frage des Geldes. Im Nahrungsergänzungsbereich gibt man schnell viel Geld aus. Ich finde, da muss man das Maximum an Wirkung herausholen. 

Anja: Was in der Schweiz auch immer geht, ist Vitamin D. 

Priska: Vitamin D ist immer gut, als Hormonvorstufe, gell? 

Anja: Genau. Auch für deine Knochengesundheit. Ich denke, wir haben hier wirklich alle im Winter, oder von Oktober bis April, sowieso einen Vitamin-D-Mangel. Und wenn wir uns so eincremen, wie es in den Leitlinien steht, wahrscheinlich auch im Sommer. 

Priska: Dann wird das Vitamin D in der Haut nicht mehr gebildet. 

Anja: Ich habe mal gelesen, man sollte das Gesicht und die Oberarme täglich nur fünfzehn Minuten, nicht eingecremt, in die Sonne strecken.

Priska: Also splitternackt in der Sonne liegen. 

Anja: Nein. Sie schrieben, die Arme.

Priska: Nur die Arme, aha. Meine Phantasie ist gerade wieder mit mir durchgegangen. (lacht)

Andrea: Ich finde das noch eine schöne Vorstellung, wenn wir uns da alle im Sommer eine Viertelstunde splitternackt an die Sonne legen würden

Anja: Ein bisschen Vitamin D tanken. 

Priska: Betreffend weiteren möglichen Empfehlungen… da könnte man jetzt eine ganze Liste runterrattern. Man sollte sicher mit jemandem reden, der sich auskennt und hilft, eine Auswahl zu treffen. Welche von denen sollst du nehmen? Wo gibst du deine Fränkli aus? Damit du wirklich davon profitierst und nicht nach zwei Monaten sagst: “Du, ich merke nichts.” Je individueller du die Empfehlung anpasst, desto besser ist es natürlich.

Bioidentische Hormone können Welchseljahr-Symptome lindern

Andrea: Ihr habt eine Folge Eures Podcasts, der “Wechsel-Jara” heisst – Jara ist eine Frau in den Wechseljahren. Wenn sie zu Dir in die Apotheke käme, Priska, wie würdest Du sie behandeln?

Priska: Ich würde sie zusätzlich zumindest darüber informieren, was es alles an rezeptpflichtigen, bioidentischen Hormonen gibt. Ich finde es absolut wichtig, dass man weiss, dass es das auch in der Schweiz gibt. Du musst es zum Teil extra herstellen lassen. In Amerika ist das viel bekannter. In der Schweiz meinen viele, dass es das gar nicht gibt.

Andrea: Bioidentisch heisst? 

Priska: Bioidentisch heisst, das sind die Hormone, wie sie im Körper vorkommen. Du führst sie dem Körper von aussen zu, wie er sie selber bilden würde. Anders ist das bei den synthetischen Hormonen, die künstlich hergestellt werden – die Pille hat zum Beispiel meistens eine synthetische Komponente drin. Die Autorin und Ärztin Sheila de Liz spricht sogar von “Zombie-Hormonen”. Es ist ganz, ganz wichtig, dass man dort unterscheidet. Ich bin zum Beispiel bei den Nahrungsergänzungsmitteln auch sehr darauf bedacht, etwas zu empfehlen, das ortho-molekular ist. Das heisst, man nimmt es so zu sich, wie es auch in der Nahrung enthalten wäre. Also du fügst kein synthetisches Vitamin hinzu. Ich finde, das ist für den Körper ein grosser Unterschied. 

Andrea: Aber die synthetischen, habe ich gelesen, die sind ja auch identisch nachgebaut. Sie haben nicht den gleichen Bauplan? 

Priska: Nein. Sie haben dasselbe Grundgerüst, aber andere Verästelungen dran. Sie binden nicht ganz gleich stark an die Rezeptoren und man weiss nicht genau, wie sie sonst noch andocken. 

Anja: Sie haben auch immer noch eine Partialwirkung. Sie haben noch immer irgendetwas anderes als die bioidentischen Hormone. 

Andrea: Ich kenne aber sehr viele Frauen – mich inklusive – die nach den Kindern fanden, “Nein, jetzt schlucke ich sicher nicht nochmals Hormone, nachdem ich 20 Jahre die Pille genommen habe.”

Es ist nicht: Pille = Hormone, also die bioidentischen Hormone, die man zum Beispiel bei manchen Wechseljahrbeschwerden empfehlen würde. Das muss man wirklich unterscheiden.

Anja über bioidentische Hormone und ihre Wirkung

Priska: Das ist häufig. 

Andrea: “Mein Körper hat so viel durchgemacht, hoch, runter, links, rechts. Und jetzt soll ich wieder Hormone schlucken?” Bei ganz vielen geht da bereits der Alarm im Kopf los. 

Anja: Aber das ist genau die Differenz, die man laut rausschreien müsste! Es ist nicht: Pille = Hormone, also die bioidentischen Hormone, die man zum Beispiel bei manchen Wechseljahrbeschwerden empfehlen würde. Da muss man wirklich unterscheiden. Mittlerweile gibt es allerdings auch (Verhütungs-)Pillen, die sogar ein natürliches Östrogen enthalten. Es ist auch nicht jede Pille die ganz gefährliche, die zu einer Thrombose führt. Man kann heutzutage auch Pillen bis fünfzig nehmen, ohne Probleme. Wenn jetzt jemand sagt: “Ich muss jetzt wahrscheinlich aufhören, weil es im Alter irgendwann gefährlich ist.” Nein, auch dort gibt es heutzutage gute Präparate auf dem Markt, die mit dem “hohen” Alter vereinbar sind. 

Priska: Trotzdem finde ich, jede Frau entscheidet selbstverständlich selber. Aber ich stelle durchaus fest, dass viele übervorsichtig werden. Warum haben sie denn zwanzig Jahre lang, ohne gross zu überlegen, die Pille genommen? Warum haben sie sich das nicht vorher überlegt? Aber das ist ja egal, lieber spät als nie. Ich finde die Awareness für den eigenen Körper sehr, sehr wichtig. Was führe ich zu? Vielleicht ist die Perimenopause auch gerade eine Chance, mal richtig hinzusehen. Aber es ist nicht so, dass alle Hormone schlecht sind. Wenn man ohne auskommt, why not? Wenn man aber leidet, gibt es keinen Grund zum Leiden. 

Anja: Die Vorurteile gegenüber Hormontherapien haben sicher auch mit der grossen Studie zu tun, bei der wirklich alle zusammengezuckt sind, in den 2000er-Jahren. Da hiess es, Hormone seien schädlich. Verursachten Brustkrebs und Thromboembolien. Auch die Fachleute sind durch diese Studie richtig erschrocken – aber man hat sie schon längstens revidiert. Man hat damals die völlig falsche Population angeschaut. Das weiss man heutzutage. 

Progesteron, Östrogen, Testosteron: Die grosse Party der Hormone

Andrea: Welche Hormone sind denn speziell in den Wechseljahren betroffen? Und wo muss man da nachhelfen? 

Anja: Wie gesagt, diejenigen, die vom Eierstock produziert werden. Der Eierstock – das ist bei uns Frauen so – bekommt von Geburt an eine Anzahl Eizellen, zirka eine halbe Million. Aber grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass im Alter von dreizehn bis zu 500’000 Eizellen vorhanden sind. Danach ist der Eierstock irgendwann leer. Das kann man auch nicht mit irgendwelchen Medikamenten wieder auffrischen oder auffüllen. Das ist einfach vorbei. Deshalb sind die Hormone, die dort produziert werden, irgendwann nicht mehr vorhanden. Das ist das Östrogen, das Progesteron. Ein bisschen davon wird noch in der Nebennierenrinde produziert. Da geht auch noch viel ab. Aber der Grossteil von den zwei Hormonen ist halt schon im Eierstock.

Priska: Das sind ganz spannende Hormone. Häufig ist es ja so, dass man ein bisschen näher am Wasser gebaut ist. Dass man weniger durchhalten mag, Geräuschempfindlichkeit et cetera. Und das sind meistens Hinweise darauf, das mit dem Progesteron, dass man dort ein bisschen etwas herausholen kann.

Anja: Schlafprobleme, ja, genau. Man weiss, dass das Progesteron, wenn man es schluckt, schlafanstossend ist. Es gibt auch Progesteron, das man vaginal nehmen kann. Wenn eine Lutealphaseninsuffizienz vorliegt, also das Progesteron nicht mehr genügend vorhanden ist, und man zum Beispiel eben störende Schmierblutungen oder eine extrem starke Mens hat, dann kann man hier nachhelfen. Wenn man das beispielsweise immer abends vor dem Zubettgehen nimmt, dann wirkt sich das sehr gut auf die Schlafqualität aus, und auf die Stimmung.

Priska: Also wirklich auch auf die Stimmung! Auch wenn du einen stressigen Job hast, sei es in der Familie oder dabei bist, Karriere zu machen, in dieser Phase. Die meisten Frauen sind ja genau in den Wechseljahren in der Phase, wenn sie finden: “Jetzt möchte ich noch einmal richtig durchstarten.”

Andrea: Sprechen wir noch über das andere grosse Hormon, das Östrogen.

Anja: In der ersten Zyklushälfte, in der das Östrogen dominiert, hat man vielleicht eher das Gefühl, man könnte Bäume ausreissen, man fühlt sich sexy. 

Priska: Die Welt wartet auf dich.

Anja: Bei einem Mangel gibt es dann aber zum Beispiel Wechseljahrbeschwerden wie die bekannten “Hot Flashes”. “Ich möchte mir die ganzen Kleider vom Leibe reissen”, sagen Betroffene – und es sind draussen gar keine vierzig Grad. Das sind die Wallungen. Was auch östrogenbedingt ist, sind unklare Gelenkbeschwerden. Dass man plötzlich das Gefühl in den Fingern, in den Knien hat: “Hey, ich bin doch noch keine achtzig.” Das ist auch typisch: Haut- und Haarveränderungen. Einige sagen leichteres Haar, schütteres Haar.

Priska: Östradiol – eine Unterart von Östrogen – führt man bei einem Mangel meistens über die Haut zu. 

Anja: Es gibt es auch in Tablettenform oder Pflästerchen. Das ist etwas, das wirklich bioidentisch ist. Wenn man es schluckt, wird es immer über die Leber verarbeitet. Dabei enstehen Abfallprodukte, die nicht immer wünschenswert sind. In manchen Lebensphasen, über sechzig, sollte man es nicht mehr schlucken. Eigentlich wird Östrogen über die männlichen Hormone produziert. Zuerst kommen die männlichen und am Schluss die weiblichen. Deshalb produzieren wir, Gott sei Dank, auch Testosteron. Das ist gut für unsere Libido. Für unsere Power, wenn man etwas erreichen möchte, ist Testosteron wichtig.

Ein Hormonmangel ist nicht gerade förderlich, um vor Lust zu sprudeln.

Anja über das symptom Libidoverlust

Andrea: Wir haben vorhin von Sheila de Liz geredet. Sie hat zwei Bücher zum Thema geschrieben, “Unverschämt” und “Woman on fire”. Sie spricht dort auch länger über die sexuelle Unlust, die Libido, die fehlt, und vaginale Trockenheit. 

Anja: Ich finde, die Libido ist ein extrem schwieriges Thema, weil es sehr multifaktoriell bedingt ist. Da muss man vielleicht auch einmal ein bisschen die Partnerschaft analysieren. 

Priska: Den Stress anschauen. 

Anja: Genau, den Stress anschauen. Ist der Körper nach dem Stillen oder nach einer Geburt gar noch nicht so ready? Ist man “overtouched” von den Kindern? Es gibt extrem viele verschiedene Ursachen. Ein Hormonmangel ist natürlich nicht gerade förderlich, um vor Lust zu sprudeln.

Priska: Vor allem, wenn du mega müde bist und sofort einschläfst. Da kann ja auch nicht gross Stimmung aufkommen. Es ist, wie Anja sagt, multifaktoriell. Wenn es natürlich gut flutscht, sage ich mal, wenn die Schleimhäute gut befeuchtet sind, dann macht es auch ein bisschen mehr Spass. 

Andrea: Gibt es da auch etwas, womit man Gegensteuer geben kann? 

Anja: Ja. Zum Beispiel bei der vaginalen Trockenheit, davon sind viele betroffen, aber erst dann, wenn wirklich keine Hormone mehr da sind, das Östrogen wirklich tief ist. Wenn auch die Schleimhaut austrocknet und die Dehnbarkeit, die Spannbarkeit deutlich verringert ist. Dann ist natürlich auch der Geschlechtsverkehr dementsprechend unangenehm. Ausser man braucht ein Kilo Gleitmittel. Aber manche sagen, es nütze trotzdem nichts.

Anja
: Genau. Es gibt vaginale Präparate, die sehr, sehr gut sind, wenn man sie lokal anwendet. Das sind auch nicht unbedingt solche, die nachher systemisch resorbiert werden, das heisst, nicht überall im Körper sind nachher Östrogene.

Können bei Wechseljahr-Beschwerden auch helfen: Yoga, Karotten und viel Lachen

Andrea: Gibt es Massnahmen, die man sonst noch treffen kann und die unterstützend wirken? Ich habe mir notiert: Ernährung, Adaptogene, Sport, Meditation

Anja: Yoga. Alles was Stress reduziert, auf jeden Fall. Aber Achtung: Für viele ist ein Gläschen Wein am Abend da, Stress abzubauen. Aber langfristig, oder bereits am nächsten Tag, ist es für den Körper Stress. Bei mentalen Symptomen bewirkt er eher eine Verschlechterung. 

Andrea: Und von der Ernährung her? Ihr habt jetzt gesagt, was nicht gut ist, Alkohol weg. 

Anja: Also nicht ganz. (lacht)

Priska Christen hat mit Andrea Jansen über die Perimenopause, die Wechseljahre, gersprochen.
Priska interessiert sich nicht nur für Hormone, sondern auch für Mikronährstoffe.

Priska: Nein. Das würden wir natürlich nie proklamieren. Das wäre ja überhaupt nicht glaubwürdig. Die mediterrane Küche ist sicher förderlich, mit den vielen ungesättigten Fettsäuren. Ab und zu ein bisschen fetten Fisch, zum Beispiel Lachs, wegen den Omega-3-Fettsäuren. Zucker ist natürlich ein Thema, auch die versteckten Zucker im Convenience-Food, in den fertigen Tortellini, die jede Mutter kennt, die schnell kochen muss. In Convenience Food sind häufig viele versteckte Zucker drin, die den ganzen Insulinhaushalt durcheinanderbringen. Wenn das Insulin, oder der Blutzuckerspiegel, dauernd schwankt, ist das für das ganze Gleichgewicht im Körper nicht förderlich.

Andrea: Gibt es irgendwelches Food, das man unbedingt essen soll, wie den Lachs, den du vorhin genannt hast. 

Priska: Brokkoli.

Anja: Avocado. Karotten, jeden Tag eine Karotte.

Priska: Karottensaft, Karottensaft!

Andrea: “Rüebli gibt starke Büebli.

Priska: Karottensaft ist wirklich grossartig für das Immunsystem, für die Augen. Du kannst jeden Tag zwei grosse Karotten essen, musst sie aber gut kauen und vielleicht noch mit ein bisschen Öl. Noch besser, du trinkst jeden Tag ein Glas Karottensaft und gibst gleich noch deinem Kind eins.

Wir sind keine Opfer unserer Hormone

Andrea: Ich möchte von den Karotten noch einmal zum Stress kommen in unserem Leben: In dieser Phase sind wir ja eigentlich an einem Punkt, an dem wir nochmals richtig loslegen könnten? Wir befinden uns noch immer in der “Rush Hour” des Lebens: In der Lebensphase einer Frau, in der wir eigentlich alles gleichzeitig haben. Wir haben Kinder, wir haben Karriere. Wir haben endlich begriffen, wie man eine Steuererklärung ausfüllt. Man ist wirklich langsam erwachsen geworden und jetzt …

Anja: Jetzt wird man ausgebremst. 

Andrea: Jetzt wird man ausgebremst, richtig. 

Anja: Das ist gemein. 

Andrea: Unfair!

Priska: Wobei, hier finde ich es wichtig, dass man sich auch dort nicht als Opfer seiner Hormone sieht, sondern sich wirklich einmal ganz ehrlich zurücknimmt und überlegt, was brauche ich wirklich? Das ist ja eigentlich auch das Spannende an dieser Lebensphase, wenn du vielleicht nicht immer von den Östrogenen umnebelt bist, dich nur fortpflanzen möchtest. Natürlich übertreibe ich jetzt masslos, aber es ist eine Chance: Es hat ja durchaus einen Grund, warum Frauen viele Projekte nach vierzig anpacken. Wir mit unserem Podcast, der Villa Margarita, wir haben auch erst jetzt angefangen, obwohl wir seit dem Gymnasium darüber reden.

Man sollte ganz ehrlich zu sich sein und sich fragen: Was brauche ich wirklich?

Priska über die opferhaltung

Es wäre schade, wenn man es nicht schafft, den Stress irgendwie in den Griff zu bekommen. Mein Rezept zum Beispiel ist: Ich brauche recht viel Ruhe. Und die muss ich mir einplanen – niemand macht das für mich. Ich mache zwei bis drei Yoga-Retreats im Jahr, in denen ich von meiner Familie weggehe und von allem, was mich stresst. Und dann bin ich dort. Das ist für mich eine riesige Kraftquelle.

Anja: Ich bräuchte auch Ruhe, aber ich kann es nicht so gut einplanen wie du. Ich muss aber auch sagen, es gibt ja auch positiven Stress. Und wenn man wirklich durch den Job oder durch irgendetwas gestresst ist, dann muss man das halt ändern.

Priska: Hinschauen. 

Anja: Ja, hinschauen. Auch wenn es Stress ist, gibt es durchaus positiven Stress. Den muss man vielleicht auch suchen. Wenn ich schon durchstarten will, muss ich auch auftanken.

Anja: Was uns wichtig ist, zu betonen: Die Wechseljahre sind gar nicht so schlimm. Es dünkt mich, oft sieht man sie als schwarze Wolke, die Perimenopause oder die Menopause. Dabei kann man so viel machen, wenn man die Ansätze hat und die Gründe kennt: Wenn ich das einmal initiiert habe, dann haben die Frauen, die im Wartezimmer sitzen, wie eine auferstandene Schönheit und sprühen wieder vor Lebensfreude. Kein Vergleich mit dem Häufchen Elend, das vor einem Monat da sass. Deshalb denke ich, ist es so schade, wenn man einfach nur vor sich her leidet. 

Priska: Weisst du, was mich noch wichtig dünkt? Dass man nicht so streng mit sich selber ist. Dass man bei den fixen Bildern, bei Glaubenssätzen wie “ich darf oder möchte keine Hormone nehmen. Ich möchte das jetzt durchstehen”, genauer hinschaut, wo die herkommen. Wenn jemand festgefahren ist, hilft es manchmal zu sagen: “Probiere es doch mal aus. Du musst es ja nicht für immer nehmen. Aber schau doch mal, wie es dir damit geht.” Das ist für viele bereits ein grosser Schritt, etwas Neues auszuprobieren. 

Priska: Ich habe auch noch eine wichtige Ergänzung: Ich habe schon vorhin gesagt, nicht so streng sein. Ich finde, man sollte vermehrt mit Leuten zusammen sein, mit denen man richtig lachen kann. 

Anja: Genau. Wir wollten einmal ins Lachseminar. 

Priska: Lachen ist sehr, sehr wichtig, um Stress abzubauen. Da weiss man ja eigentlich, mit welchen Freundinnen oder mit wem man viel lachen kann. Mit Kindern kann man auch sehr gut lachen. Dass man das vielleicht aktiv einbaut.

Andrea: Du hast mal ein Lachseminar organisiert?

Priska: Ja. Es hiess “Lachen ohne Grund”. (lacht)

Andrea: (lacht) Ich merke, dieses Gespräch hat bei mir schon Stress abgebaut. Ich danke Euch herzlich für all die Informationen!

Anmerkung: Als weiterführende Medien zum Thema empfehlen wir folgende Bücher: aus medizinischer Sicht Woman on Fire | Alles über die fabelhaften Wechseljahre und für die politische Seite Die gereizte Frau – was unsere Gesellschaft mit meinen Wechseljahren zu tun hat, und natürlich den Podcast von Villa Margarita .

Full Disclosure: Dieser Beitrag wird von unserem Kooperationspartner Max Zeller Söhne AG unterstützt.

Autorin
Aufgezeichnet von: Andrea Jansen www.anyworkingmom.com

Andrea Jansen ist die Gründerin und Chefin von Any Working Mom. Sie reist gerne durch das Leben und um die Welt, versucht, weniger zu micromanagen und mehr zu schlafen. Sie ist Unternehmerin, Stiftungsrätin, Journalistin und Mutter von drei Kindern. Seit mindestens drei Jahren will sie ihre Website updaten und kommt nicht dazu – bis dahin findet man sie auf Insta als jansenontour.

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13 Kommentare zu “Die Perimenopause – sind wir bereits in den Wechseljahren, ohne es zu wissen?

  • Hallo, ich finde es wirklich toll, dass die beiden, dieses sehr wichtige Thema uns Leserinnen vorstellen, Ansätze zu Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten. Habe erkannt, dass ich voll in diese Pre Phase kam nach der Geburt meines Kindes. Hatte aber fälschlicherweise gedacht ich bin nicht belastbar und etwas stimmt mit mir nicht. Jetzt weiss ich, es geht whs vielen so 🙂
    Eine Empfehlung für einen nächsten Beitrag: bitte, bitte es ist sehr schwierig, wenn nicht Ernährungsfachperson Ernährungsempfehlungen abgeben. Das wird sonst schon viel gemacht. Das mit den Rüebli oder auch mit nackt in der Sonne liegen für vit d. Es ist nicht schlimm aber keine qualifizierte, evidenzbasierte Aussage. Verweisen auf Fachpersonen in diesem Bereich, wenn man selber keine ist, wäre toll.

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    • Liebe Brigitte, vielen Dank für Dein Feedback und Dein Input ist natürlich richtig – ebenfalls wird hier klar eine Meinung wiedergegeben und es gibt sicher auch andere. Aber Priska Christen ist durchaus Spezialistin für Mikronährstoffe, deshalb sind wir der Meinung, hier mit einer Expertin gesprochen zu haben.

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  • Wow…super Timing!
    Bin 38 und bemerke gerade diese ersten Symptome. Dabei dachte ich immer dass dieses Thema vieeeeel später kommt🙈Danke, super Beitrag der beruhigt und zeigt dass es eben normal ist!

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    • Kathrin De Feo

      Ui, das mit der Zahl nennen fand ich wirklich nicht günstig, plötzlich hat man das Gefühl das oder jenes zu erkennen. Es ist theoretisch möglich, aber denke es wäre sicher sehr früh.

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  • Liebe Andrea
    Ich bin seit mein Leben lang neugierig. Kürzlich bin ich auf eure Homepage gestossen und lese jetzt ab und zu Beiträge. Bei diesem Gespräch bin ich komplett hängengeblieben. Noch selten hat mich ein Gespräch – notabene über ein Thema, das mir nur über meine Frau bekannt ist- so gepackt. Es war sehr informativ, sehr vertiefend und nahezu umfassend. Und dann diese Lockerheit. Ich glaube, so können nur Frauen miteinander reden.
    Also ein grosses Kompliment an dich und deine Gesprächspartnerinnen.

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  • Liebe Anja, Priska und Andrea
    danke für diesen Beitrag. Leider hatte ich in der Vergangenheit wenig Erfolg bei meiner Frauenärztin mit dem Hormoncheck gehabt, nach der Geburt von meiner Tochter (April 2021) wurde ich vertröstet und das Ausbleiben meiner Mens als Stillbegleitung abgetan. Nun ich stille immer noch und meine Mens ist nach wie vor nirgendwo, meine Gereiztheit, meine nicht vorhandene Lust und die Hitzewallungen sind aber da und ich möchte diese gerne aktiv mit natürlichen Methoden angehen (zB. ätherischen Ölen oder Nahrungsergänzung). Danke dass ihr mich hier bestätigt!
    freue mich immer über neue Inputs, weiter so 😉

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  • Vielen Dank für diesen wichtigen Beitrag. Ich nehme seit 2 Jahren Premens von Zeller (Mönchspfeffer) und seither haben sich insbesondere Stimmungsschwankungen, Gereiztheit etc. so sehr minimiert, dass ich mich wieder als “ich” fühle und nicht als Godzilla. Mit Godzilla haben wir 2 Jahre gelebt und es war für die ganze Familie keine einfache Zeit. Evtl hilft dies weiteren Frauen.

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  • Kathrin De Feo

    Danke für das Gespräch, es ist spannend.
    Ich persönlich finde es jedoch schade, dass Nahrungsergänzungsmittel etwas abgekanzelt werden und Hormone verharmlost werden.
    Leider hat Nahrungsergänzung immer noch kaum Platz in den schulmedizinischen Ausbildungen, es hätten jedoch Expertinnen in diesem Bereich mit eingeladen werden können. Es gibt viele Möglichkeiten in dem Bereich, wenn auch pflanzlich nicht immer heisst, dass es ohne Nebenwirkungen ist.

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  • Hab in der Zeitschrift Gesundheitstipp Nr. 4 gerade den Artikel gelesen „Gesunde Frauen zu Kranken gemacht“. Darin wird dein Podcast über die Perimenopause erwähnt und dass bioidentische Hormone schlecht sind.
    Hab mich ziemlich aufgeregt, da in dem Bericht drei Ärzte ihren Senf dazugeben und es nicht nötig sei, Hormone zu nehmen! Wie will ein Mann wissen, wie es sich anfühlt, wenn die Hormone Rollercoaster fahren. Und wieso erwartet mab immer von uns Frauen, dass wir still leiden, wenn es doch vernünftige Hilfe gibt.
    Ich bin 57 und seit über 5 Jahren in der Postmenopause. Nehme aber leider erst seit 1 3/4 Jahren bioidentische Hormone. Mein vorheriger Gynäkologe hat nie mit mir darüber gesprochen. Meine jetzige Gynäkologin hat sie mir vorgeschlagen. Obwohl ich sehr abweisend war, hat sie mich ermuntert, es doch einfach mal zu probieren und zu sehen, wie ich mich fühle. Und ich fühlte mich soooo gut wie seit Jahren nicht mehr. Und ich mache mein Leben lang schon Sport, esse super gesund, habe pflanzliche Sachen ausprobiert usw.
    Noch zwei Tipps für sehr informative Websites, beide von Frauen in den Wechseljahren, die aus Mangel an Infos selber aktiv wurden.

    http://www.mymenopausetransformation.com (ihr Credo, mittels lifestyle Anpassungen viel verändern)
    http://www.sexyageing.com (ich sehe ihre Podcasts immer auf YouTube an, da Tracy so wunderbar rübergekommt)

    Und noch was Mädels: startet mit Krafttraining 2 x pro Woche. Eure Muskeln UND Knochen werden es euch später danken. Denn tiefe Östrogenspiegel = Muskel- und Knochenabbau.

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  • Hallo, so ein toller und unglaublich informativer Artikel. Ich leider sehr an den beschriebenen Symptomen und verzweifle langsam. Habt ihr vielleicht Adresse wo man sich beraten lassen kann? Ich war bei mehreren Ärzten und jeder hat als Stress angetan und niemand wollte einen Hormonstatus machen.
    Ich wäre sehr froh über Tipps.

    Danke!

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