Stressfrei unterwegs – ein Reisetipp fürs Bündnerland


Vieles, das glücklich macht, fängt mit B an – jedenfalls bei uns. Was mein Herz am allermeisten pöpperlen lässt, sind meine zwei Buben. Und wenn wir gemeisam in den Bergen sind, dann ist’s uns vögeliwohl. Sommer, Sonne, Strand? Nä-ä! Wir sind nicht so hitzebeständig, würden zum Beispiel nie Familienferien in Dubai machen. Lieber haben wir sommers eine frische Bergbrise. Und weil der kleine Bub ein riesiger Fan des Bahnfahrens ist, haben wir ganz viele tolle B’s kombiniert und eine Graubünden-Rundfahrt mit der Rhätischen Bahn gemacht.

Der eine Bub quietscht vor Glück, der andere findet das Zügli glaub auch noch lässig.

An die Rhätische Bahn habe ich tolle Kindheitserinnerungen. Die imposante Aussicht kümmerte uns damals einen Scheiss, wir wollten auf dem Zug-WC durchs Loch auf die Gleise runtergüxlen. Erwachsene staunten auf der Albulalinie über die Viadukte und Kehren, wir Kinder jubelten, wenn wir durch das Loch Exkremente von früheren Zugfahrten entdeckten.

Endlich ein Familienwagen

Unser Zweijähriger interessiert sich noch nicht gross für Ausscheidungen. Er weiss sich aber anders zu beschäftigen: Weil wir auf unserer Fahrt von Chur nach Bergün zufällig den neuen Alvra-Gliederzug erwischen, ist er während der gesamten Fahrt in Bewegung. In diesen neuen Zügen gibt es einen Spielbereich, das fehlte bisher bei der RhB.

(Auch die Niederflureinstiege sind für Familien mit Kinderwägen genial. Und einen anständigen Wickeltisch gibt’s ebenfalls. Und wer sich nicht einfach aufs Glück verlassen und einen Alvra-Zug erwischen will, der guckt im Fahrplan nach, wo ein Familienwagen vermerkt ist – mit FA gekennzeichnet.)

Wir lassen den Zwirbel also bis Bergün rumtoben und ich gehe in Gedanken schon meine E-Reader-Bibliothek durch und überlege, wo ich während der Mittagsschlafzeit reinschmökern könnte.

Ferien von Alltagskonflikten

Schonoblöd! Wie soll ein kleiner Bub Mittagsschlaf machen, wenn das Hotelzimmer einen derart grandiosen Ausblick hat, auf einen Kirchturm. Das ist nämlich ein weiteres B, das happy macht, zumindest ihn: Bimbam, was für ein Geräusch!

Also gehen wir spazieren. Und kaum ist der Kirchturm ausser Sichtweite, sinkt der Bub in der Kindertrage (Kauftipp, ungesponsert!) in sich zusammen und schnarcht. Und wir hocken uns ins Gras, haben natürlich unsere Bücher im Hotel liegenlassen und müssen drum einfach ein bisschen in die Weite gucken. Das geht im Bündnerland ja zum Glück recht gut. Und ein bisschen entspannt miteinander zu plaudern, statt wie im Alltag über das immergleiche Elternzeug zu diskutieren, tut auch gut.

Dureschnuufä…

Nach einer Stunde sind wir alle drei wieder munter und machen noch einen Ausflug: Mit der Sesselbahn rauf bis zum Restaurant “La Diala” (Sesselbahn-Station Pros da Darlux) und nach einem Zvieri auf dem dortigen kleinen Spielplatz zu Fuss runter nach Bergün. Eine Strecke, die etwas grössere Kindern problemlos selber laufen könnten, mal auf Kiesstrassen, mal auf Schlängelweglein durch den Bergwald. Schüli schön.

Und spektakulär ist die Aussicht beim Plätzchen “Crap Sot igls Munts”, das auf Wegweisern vermerkt ist:

Boah, Bergün!

Was wir zum Beispiel auch noch hätten machen können in Bergün: Das Bahnmuseum besichtigen, nach Latsch oder Stuls oder über den Holzweg spazieren (alles kinderwagentauglich), in der Badi einen Schwumm machen, den Bahnerlebnisweg oder Heidiweg ablaufen oder zum wunderwunderwunderschönen Palpuogna-See wandern.

Der Kleine sitzt gerne in der Trage. Aber Rumhocken macht nicht müde. Wenn wir stundenlang wandern und abends müde sind, er aber vom stundenlangen Sitzen topfit, dann versuchen zwei Zombies ein Duracell-Häschen zum Einschlafen zu bringen. Drum planen wir am zweiten Tag einen langen Aufenthalt an einem Ort mit viel Bewegungsmöglichkeit.

Kinderwagentaugliches Bündnerland

Von Bergün geht’s mit dem Zug bis Samedan. Die Tickets der Graubünden-Rundfahrt sind während der gesamten Reisezeit zeitlich unbeschränkt gültig, stressfreies und spontanes Reisen ist also ganz einfach. Von Samedan schlendern wir in etwa 30 Minuten zum Lej da Gravatscha. Diese Strecke wäre auch mit dem Kinderwagen möglich. Beim kleinen See gibt es mehrere gut ausgestattete Feuerstellen – für das beglückende B namens Bräteln. Und einen Spielplatz mit Wippe, Rutschbahn und Schaukeln.

Familientipp Lej da Gravatscha, mit Feuerstellen, Spielplatz und Steinen zum Reinwerfen.

Nach ausgiebigem Spielen, Schnabulieren und Steinewerfen klappt das mit dem Mittagspfuus diesmal auf Anhieb. Wir Grossen wandern während der Schlafenszeit bis zur Station La Punt (auch mit Kinderwagen möglich) und fahren von dort nach Guarda.

Post vom Schellenursli

Eigentlich liegt dieses Dorf nicht auf der Strecke der Graubünden-Rundfahrt. Aber mit einem Extrabillett lässt sich der Abstecher problemlos machen  – und lohnt sich für Familien. Guarda ist das Schellenursli-Dorf. Auf einem speziellen Themenweg gibt es für Kinder viel zu entdecken.

Auch ein Schellenursli-Museum verzückt kleine Fans. Und im Hotel Piz Buin (Wo wir in einem hübschen, modernen Zimmer übernachten und es im Restaurant eine gut ausgestattete Spielecke gibt – in Ruhe essen, yay!) hängt eine Kuhglocke mit einem Schlitz. Wenn Kinder dort einen Zettel mit Namen, Adresse und Geburtsdatum hineinwerfen, erhalten sie zum Geburri eine Glückwunschkarte vom Schellenursli persönlich. Nicht nur deshalb hat sich der Abstecher für uns gelohnt.

Der frühe Vogel fängt die schönsten Augenblicke ein… Morgenspaziergang in Guarda.

Drei Tage im Bündnerland mit meinen Buben, mit Bergen und Bahnfahren, Bräteln, Bimbam und Bewegung. Bingo!

Full Disclosure: Die dreitägige Graubünden-Rundfahrt wurde uns kostenlos ermöglicht. Any Working Mom schreibt nur über Themen und Produkte, hinter denen wir vollumfänglich stehen können.

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