Ist mein Kind reif für den Kindergarten?

Was sind wir bloss für Rabeneltern! Wir ruinieren die Zukunft unseres Kindes, weil wir es noch ein Jahr vom Kindergarten fernhalten wollen. Das suggeriert jedenfalls der Kinderarzt. Aber von Anfang an:

Unser Dreieinhalbjähriger soll ab Sommer in den Chindsgi – gemäss dem kürzlich erhaltenen Aufgebot. Wie viele andere Kantone hat Zürich aufgrund der Harmonisierung der obligatorischen Schule den Stichtag auf den 31. Juli festgelegt. Wer davor geboren ist, gilt als parat. Wenige Wochen nach seinem vierten Geburtstag soll der Bub also das Leuchtdreieck überziehen und lostrippeln Richtung Ernst des Lebens. Nä-ä!

Kann ich einfach noch nicht loslassen? Will ich nur ein weiteres Jahr auch unter der Woche viel Zeit mit ihm verbringen, gemeinsam die Welt entdecken? Wollen wir Eltern lediglich noch ein Jahr flexibler bleiben bezüglich Ferienplanung?

Wäre er parat für den Kindergarten – und wir Eltern sind das Problem?

Auf einem Merkblatt der Schulbehörde stehen Kriterien für die Kindergartenreife. Das Kind sollte unter anderem…

…tagsüber keine Windeln mehr tragen und selbständig auf die Toilette gehen. Check.

…sich möglichst alleine an- und ausziehen können. Yup. Das Ausziehen funktioniert vor allem dann zackig, wenn wir dringend aus dem Haus sollten, alle schon warm eingepackt sind und ich ganz kurz wegschaue.

…Grenzen akzeptieren. (Ja und Nein kennen.) Was jetzt: Kenntnis oder Akzeptanz? Wie Eltern aus Erfahrung wissen, liegen in der Autonomiephase Welten zwischen verstehen und einverstanden sein.

…sich die Hände selber waschen und die Nase putzen können. Auch hier: Zwischen können und tatsächlich tun, liegen Welten. Universen. Oder drölftausend Ermahnungen.

…sich verantwortlich fühlen für eigene Gegenstände wie Kleidungsstücke, Turnsachen, Schwimmsachen etc. Meistens. Na ja, sagen wir: ab und zu. Oder besser: Wenn’s einen Dinosaurier drauf hat, stehen die Chancen nicht sooo schlecht.

Wann ist ein Kind bereit für den Kindergarten? www.anyworkingmom.com
Im Kindergarten wird zwar ganz viel gespielt – aber eben nicht nur. Drum sollte ein Kind wirklich bereit sein für diesen neuen Abschnitt. (Bild: Unsplash)

Alles doch ganz normal in diesem Alter.

Und jetzt im Ernst. Es gibt zwei Punkte auf diesem Merkblatt, die tatsächlich schwierig sind. Kindergartenreif ist ein Kind nämlich auch erst, wenn es…

…sich für vier Stunden von den Eltern/Sorgeberechtigten trennen kann. Unser Grosser ist ein Kita-Kind, es geht schon. Aber die Trennung fällt ihm auch nach über einem Jahr in derselben Krippe noch nicht leicht – trotz einfühlsamen Betreuerinnen und obwohl er dann schöne Tage erlebt.

…mindestens 15 Minuten ruhig sitzen und aufmerksam sein kann. An Konzerten kann er zwei Stunden gebannt dastehen, das böse böse iPad stellt ihn auch prima ruhig. Aber am Esstisch oder beim Zugfahren sitzt er selten zehn Sekunden still. Muss ein Vierjähriger das wirklich schon können?

Für uns ist klar: Der Bub soll ein Jahr zurückgestellt werden.

Mit 5 in den Kindergarten – reicht auch!

Offenbar sehen das viele andere Eltern ähnlich, in manchen Kantonen werden Zahlen zu Rückstellungsgesuchen erhoben – sie zeigen einen deutlichen Anstieg. Auch Lehrpersonen klagen über die Probleme mit unreifen Chindsgi-Kindern. Drum wollen nun laut einem Artikel der NZZ einige Kantone das Eintrittsalter wieder erhöhen.

Im Kanton Zürich braucht man für die Rückstellung einen Arztbericht. Der ist in unserem Fall bereits verfasst. Der Kinderarzt hat aber zu bedenken gegeben, dass wir damit die Zukunft unseres Kindes beeinflussen: «Ein hinausgezögerter Kindergarteneintritt bedeutet auch ein späterer Schulbeginn, ein späterer Einstieg ins Berufsleben, allenfalls eine spätere Familiengründung…» Wir Rabeneltern nehmen das in Kauf.

Wie sind Eure Erfahrungen mit dem Kindergarten-Aufgebot und -Eintritt Eurer Kinder? Für Kommentare via Handy bitte gaaaanz nach unten scrollen!

Andrea hat sich auch Gedanken gemacht zum Schuleintritt ihres Sohnes – und hat die heilige Kuh kritisiert.

Und Nicole Simmen hat auf Andreas Schulkritik geantwortet.

Kafikasse_Any_Working_Mom

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78 Kommentare zu “Ist mein Kind reif für den Kindergarten?

  • Mein Grosser hat zum Glück im September Geburtstag und kommt nun im August mit fast 5 in den Kindergarten. Wenn er ein Juli-Kind gewesen wäre, dann wäre ich wie Du vorgegangen.
    Wenn man kein richtiges Gefühl dabei hat, dann lieber lassen. Der Stress für die Kinder beginnt früh genug. Und die Zukunft (negativ) beeinflussen…..so en Hafechääs 😉

      Antworten
  • Hallo Anja
    Wie einfach liess sich Euer Kinderarzt zu dem Bericht “überreden”? So wie ich es verstehe, hätte er ja was anderes empfohlen….? Wie ich gelesen hab, ist es in Zürich, im Vergleich zu andern Kantonen eher schwierig, die Kinder zurückstellen zu lassen… Bei uns dauert es zwar noch einen Moment, bis das Thema kommt, aber wir haben auch ein Juli Kind, das mit 4 in den Kindsgi soll (Nr. 2 wird auch im Juli zur Welt kommen) – und auch wenn sie vielleicht all die Punkte bis dann erfüllt – in 1.5 Jahren kann ja noch viel passieren – finde ich 4 einfach zu früh. Punkt. Es geht ja nicht nur um den Kindsgi, es kommt dann noch Hort dazu, die grösseren Kinder, welche sich auch auf Pausenhof befinden…etc., etc. und sie sind dann im System “Schule” drin, no way back. Klar, sollte sie sich übermässig langweilen in der Kita und komplett unterfordert sein, dann ist es auch was anderes… Finde solche Stichtage grundsätzlich eher willkürlich…

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    • Der Kinderarzt hat letztlich im Bericht einfach unsere Gründe für eine Rückstellung aufgeschrieben. Und von seiner Seite den Zusatz „medizinisch besteht keine Notwendigkeit“ – das ist glaub so üblich. Er sagt selber, das sollten eigentlich Eltern entscheiden, drum mussten wir ihn nicht überreden. Aber da er Deutscher ist, hat er persönlich eine andere Meinung zum Einschulungsalter.

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      • @Anja Knabenhans: Dann wird hoffentlich die beantragte Rückstellung abgelehnt, oder? Sonst wäre ja die Abklärung bei einem Kinderarzt eine Farce.

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        • Der Arzt sagt selber, es sei unsinnig, dass er einen Bericht schreiben muss (und den Eltern verrechnen – zahlt nämlich die Versicherung nicht). Er kennt das Kind ja kaum, bzw. erlebt es nur in ohnehin schon speziellen Situationen. In seinem Bericht steht einfach, welche Gründe uns zum Rückstellungsgesuch bewegen und dass aber aus medizinischer Sicht keine Rückstellung notwendig ist. Aber er lässt halt gerne überdeutlilch seine persönliche Meinung durchblicken.

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          • Und er ist damit vermutlich einer der wenigen Kinderärzte, der kein Gefälligkeitsgutachten ausstellt. Aber noch einmal: konsequenterweise müsste das Rückstellungsgesuch durch die Behörden nun abgelehnt werden.

          • Weshalb? Weil aus medizinischer Hinsicht keine Notwendigkeit besteht? Dann müssten 95% aller Rückstellungsgesuche abgelehnt werden.

          • “Sofern der Entwicklungsstand eines Kindes es als angezeigt erscheinen lässt, kann die Schulpflege die Rückstellung um ein Jahr anordnen, wenn den zu erwartenden Schwierigkeiten nicht mit sonderpädagogischen Massnahmen begegnet werden kann.”
            Verfahren: “Die Schulpflege hört die Beteiligten an. Sie kann Fachpersonen beiziehen und weitere Abklärungen vornehmen oder anordnen.”
            Also: Für eine Rückstellung braucht es eigentlich relativ gewichtige Gründe. Und wenn Fachpersonen beigezogen werden, wäre es ja ein Witz, aus sie nicht zu hören.
            Ich weiss nicht, ob man die Abklärung des Entwicklungsstandes wirklich als “medizinische” Stellungnahme bezeichnen sollte. Aber es scheint mit richtig zu sein, dass es für Rückstellungen eine befürwortende Stellungnahme einer objektiven Fachperson braucht. Und wenn dann 95% der Rückstellungsgesuche abgelehnt werden, dann spricht das ja für sich.
            So wie ich die Kritik hier sehe, ist es ja eher so, dass man pauschal gegen die frühe Einschulung ist, und Wege sucht, diese zu umgehen. Unabhängig vom individuellen Entwicklungsstand des Kindes.

          • Meine Kritik gilt nicht der frühen Einschulung. Ich finde sie für meinen Bub zu früh – kenne aber viele Beispiele, wo das prima klappt. Und sehe auch, wie es in anderen Ländern funktioniert (wo allerdings Kindergärten anders strukturiert sind als unsere). Ich votiere lediglich dafür, dass sich Eltern auf ihr Bauchgefühl verlassen und versuchen, das beste für ihr Kind herauszuspüren. Im Wissen darum, dass ich dafür die Chancengleichheit in dieser Hinsicht torpediere.

    • Unser Kinderarzt hat auch einen Brief gemacht. Einerseits unsere Gründe aufgeführt. plus von sich aus dazugeschrieben, dass das Kind sich nicht von der Mutter trennt. Dieser Zusatz stimmte hinten und vorne nicht. Aber er meinte so hätten wir eher Erfolg. Er hätte unser Kind gschickt. Wir halt nicht. Aber er unterstütze uns Eltern in der Entscheidung. Er meinte wir sehen andere Faseten, welche er nicht sieht.
      Ich bereue es nicht. das Kind ist oft in seiner Phantasiewelt verloren und sehr verspielt. Wegen dieser paar Tage hätte sie ein Jahr früher in der Schule still sitzen müssen. Zum Glück nicht…..

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  • Bei uns funktioniert die Rückstellung einfach und unkompliziert per Brief ohne Arztbericht o.ä. Obwohl eine Rückstellung schon sehr gut überlegt sein muss bezüglich der späteren Familiengründung;-) Im Ernst was ist ein Jahr auf das ganze Leben gerechnet. Geniesst das Jahr, die Schulmühlen mahlen noch genug früh und lang…

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    • Wir mussten mit unsere Kleinen leider nach Gesuch und Ärztlicher Empfehlung noch zum Schulpsychologischen-Dienst. Kognitiv wäre sie schon lange soweit gewesen aber sie machte nie irgendwo einen schritt weiter von mir oder der grossen Schwester weg als nötig. Habe sie in die Spielgruppe gebracht wo sie sich erst mal 1/2 Jahr hinter der Gruppenleiterin versteckte, nichts ass und nichts gesprochen sprach.
      Mit ach und krach durfte sie 1 Jahr zuhause bleiben und ist nun glücklich im Kiga.
      Zuspruch für unser Handeln bekamen wir vor allem von Lehrpersonen durch alle Stufen des Schulsystems.

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  • Wir sind überzeugt davon unsere Kids ein Jahr später zu schicken. Beim älteren Kind hat das bestens geklappt und hat unseren Entscheid bestätigt. Beim jüngeren Kind haben soeben bei der Anmeldubg das entsprechende Häkchen bei Eintritt Schuljahr verschieben aufs Schuljahr 2020/2021 gesetzt. Genau, bei uns in Thun braucht man nur dies anzukreuzen. Keine Gesuche mit grausligem Arztbericht.

    Berufswahl mit 13? Nein danke. Das war nur einer von vielen Gründen für unsere Entscheidung gegen die Einschulung mit 4 Jahren. Mit 4 Jahren!? Hallo? Und die Anforderung wurden ja nicht angepasst.
    Jesses, jetzt muss ich aufhören, sonst explodiert es wieder in mir, wenn ich mir intensiver Gedanken über unser Schulsystem mache… Anja, wir sind ganz mit dir.

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  • Mag alles stimmen… aber als Mutter von einem Septemberkind kann ich dir sagen, dass die Zeit, bis es dann ENDLICH mit fast 5 in den Chindsgi kommt, verdammt lang werden kann.

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    • Das hab ich auch schon gehört! Und drum schon mal ab Sommer zwei Halbtage Spielgruppe abgemacht. So hat der Grosse mit Kita/Grosseltern/Spielgruppe schon bisschen Programm – aber halt alles flexibel, so dass man jederzeit wieder runterfahren könnte.

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    • Ich mache mir auch eher um meine Jüngere sorgen. Eben ein September Kind. Oh man, wenn sie so ähnlich wird wie ihre grosse Schwester (Januar Kind und kommt mit 4 definitiv und ohne Fragen in den KiGa!!!), dann habe ich ganz bestimmt ein Jahr voller probleme vor mir. Mir graut es jetzt schon davor! Meine Mädels, haben bzw werden beide zwei Jahre die Spielgruppe besucht/besuchen. Jeweils einen Morgen in der Woche. Durch meine Arbeit, sind sie nochmals 2 Tage die Woche bei meinen Eltern. Und am Samstag dürfen sie den Papitag geniessen. Es ist also wahnsinnig was los, bei meinen Mädels. Und dennoch, die Grosse ist chronisch unterfordert und „spinnt rum“ kommt auf „saumässig“ dumme ideen, ach herrje… und fast täglich fragt sie nach, ob sie den nun endlich zur Schule darf… zu erklären, dass sie eigentlich „nur“ in den kiGa kommt ist etwas kritisch. Sie will. Sie will lernen, erfahren, spielen und (ich weiss habs schon erwähnt) lernen. Ich bin keine Mum die ihre Kinder zu Hause unterrichtet. Wir lernen im Leben. Wir erziehen nach dem prinzip; hilf mir es selbst zu tun. Vlt mit ein Grund, warum unsere Grosse mehr als bereit für de KiGa ist. Und unsere Kleine, in leider erst zwei Jahren bestimmt auch sein wird. Es besteht immer die Variabel, dass ein Kind sitzen bleibt (klasse wiederholt). Ich glaube, eine Mutter, welche sich in ihr Kind hineinversetzt und versucht so zu denken, sehen und fühlen wie das Kind, trifft die richtige entscheidung. Mütter welche, ihre eigenen Bedürfnisse in den Fordergrund stellt, trifft dabei für das Kind die falsche entscheidung.
      Ich freue mich gemeinsam mit meinen Mädels, auf den KiGa beginn und den Spielgruppen beginn.

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      • Das habe ich schon von einigen Mädchen-Eltern gehört! Ich glaube, dass man einen Kiga-Eintritt vorziehen könnte… ist wohl je nach Gemeinde unterschiedlich. Ich habe schon von sehr flexiblen Gemeinden gehört.

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      • Ich wusste erst micht ob der Bericht ironisch oder ernst gemeint ist. Nach dem Prinzip “hilf mir es selbst zu tun” zu leben, dann von chronischer Unterforderung zuhause zu sprechen und die Kids dann in den KiGa zu senden…🙈 Da finden sich gaaaaanz viel Widersprüche in den paar Sätzen 🙄

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      • liebe veronique, bin ganz bei dir! hab auch ein mädel die unbedingt in den kiga will ( jetzt 4,5 / februar kind ) und kann gehen.. sie ist sehr reif dafür und das wird alles gehen, immer, irgendwie.. egal ob sie um 1 jahr zurückgestellt werden oder nicht, irgendwann gehen alle und sie sollen glücklich dabei sein, inkl. der eltern

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  • Wir haben gerade die letzten Tage die gleiche Entscheidung für unseren Juni-Bub getroffen. Die von dir erwähnten Gründe treffen ins Schwarze, bei uns kommt zusätzlich noch die liebe Windel dazu, die der Junge partout (noch) nicht weglassen will/kann.
    Sein Bruder ist 14 Monate jünger (also nach dem Stichtag geboren) und kommt ohne wenn und aber mit fast 5 in den Kindergarten. Da sagt ja auch niemand, dass er zu ‘alt’ für den Kindsgi ist, oder? Im direkten Altersvergleich ist er seinem grossen Bruder sogar einiges voraus was die Entwicklung angeht.
    Egal wie man es dreht und wendet, es wird immer ein Kind das jüngste oder das älteste sein. Ich habe allerdings schon sehr oft gehört, dass die jüngeren Kinder später teilweise nicht einmal eine Schnupperlehrstelle bekommen weil sie für Firmen zu jung sind. Für uns passt es also tip top und wir stehen voll und ganz hinter dieser Entscheidung.

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  • Ich habe zwei ältere Kinder, welche zu den ‘Alten’ in der Schule gehören. Ich war so froh, dass beide erst mit 5 in den Chindsgi konnten, obwohl im Mai und Juni geboren. Dh. ich kann dich voll unterstützen und verstehen, dass du deinen kleinen Schatz zurückbehalten möchtest!
    Aber es kann dir so ergehen, wie einer Freundin, welche ihren Juli-Sohn zurückbehalten hat und jetzt am Standortgespräch die Empfehlung erhalten hat, ihn vom ersten Chindsgi in die erste Klasse einzuschulen……

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  • Wir haben unser Juli-Kind auch um ein Jahr zurückgestellt. Ich würde es wieder so machen. Er geht ins ELKI-Turnen, 2x pro Woche jeweils einen halben Tag in die Spielgruppe – ist also genügend beschäftigt. Wenn ich mir vorstelle, dass ich ihn jeden Morgen um 7 Uhr wecken gehen müsste weil der Kiga um 8.30 beginnt sträuben sich mir die Haare. Es ist ein Jahr, in dem er noch Kind sein darf. Ich bin überzeugt, dass sie es leichter haben werden. Und mit 15 kommen sie aus der Schule und haben keine Lehrstelle gefunden weil sie schlichtweg zu jung sind. Ab und zu sind es einfach auch die Eltern, die ihr Kind unbedingt in den Kiga schicken wollen weil sie dies dem Kind seit drei Jahren eingebläut haben. Dabei lassen Sie den gesunden Menschenverstand ausser Acht und merken gar nicht, dass ihrem Kind ein zusätzliches Jahr zu Hause viel besser tun würde.

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  • Herzliche Gratulation zu diesem Entscheid 💪!
    Unsere älteste Tochter kam letzten Sommer mit 5 Jahren und 1 Monat in den KIGA.
    Ja, sie ist grösser als die meisten Sommervögel. Ja, das letzte halbe Jahr vor dem KIGA war für sie eher langweilig in der Krippe.
    Aber sie durfte viiiiiiiiel spielen, länger mit ihren Geschwistern zu Hause bei uns Eltern sein.

    Sie war im Sommer dann mega parat für den KIGA. Abschied nehmen war problemlos, Umziehen fürs Turnen auch. Sie folgt nun nicht (mehr) der Masse und macht nicht einfach, was alle machen, weil sie stark genug ist und mehr Selbstbewusstsein hat.
    Sie versteht, was gerade Thema ist, was der Auftrag ist und setzt diesen in der dafür stehenden Zeit um.

    Die Lehrperson betonte am Elterngespräch, dass sie reif ist, prima mitkommt, alles kann und versteht. Top, oder? Das stärkt das Selbstvertrauen von unserer Tochter, denn noch vor einem Jahr war sie eher schüchtern. Davon merken wir nur noch selten einen Hauch!
    Ich kann jedem empfehlen, gebt den Kindern Zeit – zum Spielen, mit der Familie, für Ausflüge, … Es stärkt sie.
    Stress haben wir später noch genug.

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  • Unser Sohn ist mit seinen elf Monaten noch weeeit weg vom Chindsgi. Aus eigener Erfahrung – ich war selbst ein frühes Chindsgi-Kind – kann ich sagen, dass mir dieses zusätzliche Jahr daheim echt gefehlt hat. Mann, war ich immer hundemüde nach dem Chindsgi/1.Klasse, schlief oft noch vor dem Mittagessen auf dem Wohnzimmerteppich ein, später hatte ich eher Mühe, dem ganzen Schulstoff ordentlich zu folgen und als ich mit knapp 15 aus der Schule kam und direkt in eine Berufslehre stolperte, ich kann euch sagen, ich war sowas von nicht ready…
    Ja, inzwischen ist auch aus mir nach etlichen Umwegen etwas ordentliches geworden und eben vor elf Monaten, mit 34, habe ich einen wunderbaren Sohn geboren. Ob das nun späte Familienplanung ist, kann ich so jetzt auch nicht sagen, aber eben, ich bin ja auch ein frühes Chindsgi-Chind… So ein Chabis. Ich bin dafür, aufs Bauchgefühl zu hören. Wenn das Kindlein parat ist, dann looos! Und sonst… Warten hat sicher noch keinem wirklich geschadet.

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  • Sooo lustig die Argumente des Kinderarztes! Denn ich höre genau das Umgekehrte. Unsere mittlere darf dieses Jahr leider noch nicht in den Kindergarten. Ich finde es wäre an der Zeit für sie. Und alle sagen mir, ich solle doch froh sein, dann hätte sie einen Vorteil mit einem späteren Schulstart und ein Jahr länger Zeit für die Berufswahl.
    Das Argument der Berufswahl finde ich eh fadenscheinig. Egal in welchem Alter, man muss sowieso gut überlegen und entscheiden und später kann man mit Um-und Weiterbildungen auf veränderte Interessen reagieren.

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  • Ich verstehe nicht wieso die 2 Jahre nicht flexibel gehandhabt werden können. Zwischen 4 und 6 sind die Entwicklungsstände so unterscheidlich! Da kann ein Kind 2 Jahre ein anderes nur 1 Jahr Kiga nötig haben. Bei uns war das früher so und es gibt noch heute Kantone da geht das…
    Mein Dez-Kind war im 1. Kiga mit 4.5 unglücklich, es war jeden Morgen ein Kampf. Der 2. Kiga ging dann gut. Jetzt ist er in der 1. Klasse und es passt. Ideal wäre für ihn aber gewesen 1 Jahr später in den Kiga, aber dank dem grossen Sprung dann aber doch in die Schule.

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  • Catherine Heuberger Golta

    Allen, die sich die Titelfrage mit Bezug auf die Einschulung des eigenen (jungen) Kindes stellen, möchte ich den Vortrag von Sandra Beriger, lic. phil., schulische Heilpädagogin und Entwicklungspsychologin, zum Thema „Ist unser Kind bereit für den Kindergarten und die Schule? – Chancen und Risiken einer frühen Einschulung“ am Montag, 4. März 2019, um 20.00 Uhr im Singsaal der Primarschule Ilgen, Ilgenstrasse 11, 8032 Zürich, ans Herz legen. Ich habe den Vortrag letztes Jahr besucht, und er hat mir bei der (Rückstellungs-) Entscheidfindung für unser Juli-Kind sehr geholfen. Mehr unter: http://www.sandraberiger.ch/?p=60

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  • Wir haben unseren Sohn such ein Jahr “zu spät” in den Kindergarten geschickt und sind bis heute (3. Klasse) froh darüber.
    Die Ansicht vom Arzt teile ich gar nicht. Wenn die Kinder eventuell eine Lehre machen wollen ist es definitiv besser nicht schon mit 15 starten zu müssen!

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  • Sehr lustig, musste lachen beim Chindsgi-Reif-Check, akzeptieren, verstehen, ausführen – da liegen Welten dazwischen 🙂 Im Thurgau musste ich für das Juli-Kind nur ein Kästchen auf der Anmeldung ankreuzen. Hat das Ganze enorm vereinfacht 😉 Uns ist es bis jetzt noch nicht langweilig geworden und ich bin auch nicht sicher, ob ich mich freue, dass es im Sommer losgeht. Aufstehen und Abschiednehmen ist immer noch nicht einfach, wir können das in der Kita zur Genüge üben. Lass dich nicht beirren, du machst das genau richtig.

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  • Ich denke, dass man immer von den Bedürfnissen des Kindes ausgehen sollte. Ich lese hier, dass Geschwister wegen guter Erfahrung von älteren Geschwistern oder weil es den Eltern einfach noch zu früh erscheint zurückgestellt werden. Man sollte sich fragen: geht es um meine Gefühle und Vorstellungen oder um die Entwicklung und Bedürfnisse meines Kindes? Meiner Meinung nach ein großer Unterschied und nicht zu verwechseln.

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  • Liebe Anja ein grosses Bravo an euch Eltern👍🏼!
    Ich bin ausgebildete Sozialpädagogin und arbeite zur Zeit als Hortleiterin in ZH und ja ich bin Mami von 2 Mädchen… Die grosse hat am 2.6. Geburi und für mich war von Anfang an klar, dass ich sie zurückstellen werde-nicht weil sie noch nicht Kindsgi reif gewesen wäre, sondern weil ich die Problematik in der späteren Schullaufbahn sehe… viele Kinder werden einfach mitgezogen weil man heute Klassen nicht mehr wiederholt… und mal ehrlich- für mich kein Problem wenn mein Kind eines der älteren ist und schon etwas weiter, lieber so wie umgekehrt! Mal abgesehen davon, wir alle sind auch mit 5 Jahren in den Kindsgi gekommen und auch da gab es noch einige die „noch nicht“ schulreif waren… die Ansprüche an die Kinder sind in den letzten Jahren gestiegen auch im KIGA nur die kindliche Entwicklung verläuft nicht urplötzlich schneller-also wiso denn jetzt schon mit 4… was übrigens meine Berufskolleginnen (Kindergärtnerinnen auch so sehen)… ich finde es vor allem toll wenn Eltern auf ihr Bauchgefühl höhren und das machen was sie denken das richtige ist für sie und ihr Kind!!!
    Deshalb 👏🏼… lg olivia

      Antworten
  • Die Zukunft beeinflussen?! Aber ja! Wie wäre es denn wenn er „zu früh“ in die Schule kommt, „zu früh“ in die Berufswelt einsteigt und oje „zu früh“ eine Familie gründet?! Im Gegensatz wäre er immer eher der ältere, was ja nicht bedeutet, dass er dann immer unterfordert ist. Und falls doch, gibts ja auch da Lösungen. Ist ein Kind bereits zu Beginn gestresst, wirds schwierig, eine Zurückstufung sehe ich problematisch. Mein Gefühl sagt mir auch: Im Zweifelsfall noch ein Jahr warten!

      Antworten
  • Wir haben unsere Juni-Sohn auch zurückbehalten, obwohl er kognitiv sehr bereit gewesen wäre, aber emotional, körperlich etc noch nicht. Nun ist er in der 3. Klasse und kommt überall sehr gut mit, was für die ganze Familie ein Segen ist, wenn es nicht täglich ein Chnorz sein muss. Dass er ein Jahr länger reifen durfte für die anderen Themen, erachte ich als Geschenk und hat ihn selbstbewusster gemacht. Ich war damals auch 7 1/4 bei der Einschulung, ganz regulär, da im Januar geboren. Hört auf Euer Bauchgefühl und vertraut dem, denn kein Kinderarzt, keine Lehrperson betreut Euer Kind dann zuhause, wenn es mit dem Kindergartenstart masslos überfordert ist, das müssen ja dann auch wir Eltern abfangen und ausbügeln.

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    • Liebe Beba,
      Das ist echt schön geschrieben und ich sehe es auch so. Wir kennen unsere Kinder am Besten und wissen, ob sie reif sind oder nicht.
      Leider ist es ja von Kanton zu Kanton verschieden (was ich total daneben finde), wie mit Rückstellungen umgegangen wird. Entweder reicht ein Kreuzchen am entsprechenden Ort oder es braucht einen Arztbericht oder Abklärung beim Schulpsychologischen Dienst. So schlimm.

      Und entschieden wird dann durch die Schulpflege, die das Kind nicht kennt.

      Wir wollen unseren Sohn auch rückstellen lassen für nächstes Jahr, da er einfach noch nicht so weit ist emotional. Bei uns braucht es einen Arztbericht und oder Abklärung beim Psychologen. Im Januar werde ich unseren Kinderarzt darauf ansprechen und hoffe, dass er uns unterstützt.

      Ich habe schon schlaflose Nächte, weil ich nicht weiss, was ich machen soll, wenn das Gesuch abgelehnt wird.

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  • GsD sind meine 3 Kinder alle bereits eingeschult (und alle, außer dem Oktoberkind auch erst mit 5 in den Chindsgi gekommen 😉 ), aber stünden wir jetzt vor der Entscheidung, wir ließen sie alle zurückstellen. Im Umfeld der Kinder hat es übrigens haufenweise nah am damaligen Stichtag eingeschulte Kinder, die im Laufe der Primarschule ein Jahr zurück sind.

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  • Unser Grosser (geb. 24.7.) ging mit 4 in den Kindsgi – er mit riesen Freude und von uns mit sehr gemischten Gefühlen. Das war 2015, somit war er klar der Jüngste, einige waren über ein Jahr älter und reifer als er. Leider haben wir uns davon leiten lassen, dass dies ja von irgendwem so gewollt wurde und das ganze System ja sicher entsprechend angepasst wurde…spätestens bei dem A4-Blatt war uns dann klar, dass wir wohl etwas naiv waren, obwohl unser Grosser alles erfüllte (ja…auch bei uns lagen und liegen noch immer Welten zwischen wissen und können/wollen!😅). Inzwischen sind wir in der zweiten Klasse, hatten immer das Glück, dass die schulfreie Zeit zu Hause verbracht werden konnte…und haben trotzdem jedes Jahr mindestens einmal diskutiert obs nicht besser wäre trotzallem noch ein Jahr zurückzustufen! Die Frage stellte sich nie wegen der Erfüllung der schulischen Anforderungen, aber die „emotionale Reife“ hinkt klar hinterher und kann auch nicht „gefördert“ werden. Wir lassens werden, würdens aber sicher nicht mehr so machen!!!

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  • Wir haben unseren Sohn (31.07.14, kam sogar dazu noch 1mt. Zu früh auf die Welt) letztes Jahr geschickt und ich muss sagen, es war die beste Entscheidung die wir treffen konnten. An keinem Tag geht er ungern nicht mal am 1. Tag. Ja er ist der jünge und dazu auch noch der Kleinste aber er weiss sich zu behaupten. Er ist ein Kind was immer gefordert werden muss, so neugierig und nimmt alles Neue auf wie ein Schwamm. Da er nicht mehr gerne in die Kita ging, war definitiv unterfordert, haben wir uns dazu entschieden ihn im Kindergarten anzumelden. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und konnten zum Glück vor der Anmeldung ein Besuchstag im KIGA machen was uns sehr half. Wir sind glücklich da wir sehen wie es unser Kind auch ist😊
    Was ich sehr schwierig fand, dass diese Anmeldung ein 1/2jahr vor Eintritt passiert. In der Entwicklung passiert sooo viel aber wer weiss schon was sein Kind ein 1/2jahr später schon alles kann… Dies ist der einzige Kritikpunkt den ich habe an die ganze Einschulung.

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  • Ich würde mein Augustkind liebend gerne dieses Jahr in den Kindergarten schicken, leider muss er noch ein Jahr warten. Ich sehe eher andere Probleme: In den jetzt schon heterogenen Klassen werden die Unterschiede noch grösser, weil die gut gebildeten Eltern ihre Kinder zurückstellen, während die anderen ihre Kinder natürlich normal schicken. Dann haben wir das kognitiv sicher noch nicht so weite Kind mit mangelnden (oder kaum) Deutschkenntnissen in der Klasse mit den über 5 Jährigen, die schon mit vier deutlich reifer waren als die jüngsten in ihrer Klasse. Ich glaube, wir schulen in der Schweiz sowieso viel zu spät ein, aber der Kindergarten müsste sich natürlich ändern. Der Kanton Zürich hat ja die Basisstufe abgeschafft, ich hoffe jetzt darauf, dass auch mein kognitiv und emotional sehr weites Kind nicht völlig auf der Strecke bleibt.

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    • Ein Oroblem im Schweizer System ist, dass es vor dem Kindergarten nichts „öffentliches“ gibt. Es gibt einen Haufen private Einrichtungen, aber gerade die Kinder, die eine frühe Förderung nötig hätten, nutzen düse nicht. Sei es aus finanziellen Gründen oder Unkenntnis. Somit treffen im Kindergarten Kinder mit riesigen Unterschieden aufeinander und die Lehrperson muss irgendwie allen gerecht werden und soll die Kinder auch noch auf den Schuleintritt vorbereiten. Dass da Probleme vorprogrammiert sind, ist klar.

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  • Meine Tochter kommt im Sommer in den KG und ist “zum Glück” ein Septemberkind. Trotzdem habe ich Mühe sie hin zu schicken. Dann gibts kein zurück mehr. Wir sind ans Schulsystem gebunden, keine Freiheit mehr… Das Kind wird bewertet, beurteilt, kategorisiert. Ausserdem ist der KG für uns eine logistische Herausforderung. Wäre es wenigstens wie in vielen Ländern, dass die Kita fliessend in den KG übergeht und Ganztagesbetreuung weiterhin gewährleistet wäre. Dann müssten wir nicht logistisch gesehen eine Achterbahn fahren… Die emotionale Achterbahn bietet genug Herausforderung. Uns hat ein Jahr KG auch gereicht, oder?
    Ich kenne ein Mai Kind, das mit 4 in den KG kam. Am Anfang ging das gut. Jetzt in der 3. Klasse hinkt es bereits emotional und schulisch hinter her. Die Lehrer haben keine Kapazität um diesen unterschiedlichen Altersstufen gerecht zu werden. Dann müssen sie Druck machen und wer nicht mitkommt ist der Esel… Das bereitet mir echt Sorgen. Harmos, wenns unbedingt sein muss ok… Aber vielleicht hätte man gerade die Lehrpersonen mehr unterstützen sollen und mehr Geld investieren sollen. Jetzt brauchts das Geld für Therapien, der Kinder die mit 9 Jahren bereits Erschöpfungsdepressionen haben.

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  • Liebe Anja
    Finde es super wie ihr es macht. Aufs Bauchgefühl hören. Ich habe August Kinder und musste gar nicht erst darüber nachdenken, denn hier im Kanton Zug ist der Stichtag ende Februar. Das finde ich super, so sind alle Kinder zwischen viereinhalb und fünfeinhalb wenn sie in den Kindergarten kommen. Bzw. sechseinhalb bis siebeneinhalb für die Schule.
    Eine Lehrerin die ich kenne machte den schönen Vergleich mit den Blumen. Die einen blühen früher die anderen später- aber alle werden sie blühen. Ein schöner vergleich finde ich. Geben wir ihnen die Zeit die sie benötigen.
    Ich lasse mich leider zu oft von den Gegebenheiten verunsichern. Beruhige mich dann damit, dass wir eh erst im nachhinein sehen werden ob der Entscheid gut war oder nicht. Wieder ein Pro für das Bauchgefühl.
    Lieber Gruss
    Karin

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    • Was für ein schöner Vergleich! Ja, die Hauptsache ist, dass wir diese Blümchen einfach darin unterstützen, so zu wachsen und blühen, wie es für sie stimmt.

        Antworten
  • Das schwierige an der Geschichte ist ja, dass ganz viele gut ausgebildete Eltern mit Müttern, die sich ganz intensiv um ihre Kinder kümmern, ihre Kinder zurückstellen lassen. Nicht weil es wirklich nicht geht, sondern weil die Eltern nicht wollen bzw. es grundsätzlich nicht sinnvoll finden. Auf der anderen Seite sind die sozial schwächeren Familien, vielfach bildungsfern und ausländisch, die gar nicht auf die Idee kommen, die froh sind und darauf angewiesen, dass ihre Kinder eingeschult werden. Die Heterogenität wird also immer noch grösser, und “kluge” Eltern verschaffen ihren Kindern damit einen (weiteren) Wettbewerbsvorteil.
    Nicht dass ich ihnen das übel nehmen würde. Es ist ja Aufgabe der Eltern, das Beste für die Kinder zu wollen. Schwierig scheint mir nur, dass die Behörden und die Kinderärzte dieses Spiel mitspielen.
    Richtiger wäre es ja, wenn die Kindergartenzeit etwas flexibler wäre. Also weiter nach einem Jahr, oder wenn es wirklich noch nicht geht erst nach drei Jahren. Ich bin allerdings überzeugt, dass die meisten der heute zurückgestellten Kinder davon nicht betroffen wären – dafür wohl einige andere.

      Antworten
    • Dieses Problem mit dem grossen Unterschied zwischen Kindern sehe ich auch. Und gemäss Studien gibt es tatsächlich Eltern, die ihre Kinder zurückbehalten, um ihnen später schulisch einen Vorteil verschaffen zu können. Ja, mehr Flexibilität innerhalb der Kiga-Zeit fände ich auch sinnvoller – allerdings steht da trotzdem noch das Anfangsproblem mit dem frühen Einschulungsalter. Ich kenne genügend Geschichten von 4Jährigen, die nach einigen Wochen wieder aus dem Kiga rausgenommen wurden, weil Eltern und Lehrpersonen unisono der Meinung waren, dass es einfach noch zu viel emotionaler Stress ist. Aber eben: Jede Familie muss das selber entscheiden, weil es da echt so grosse Entwicklungsunterschiede gibt und letztlich einfach das Wohl des Kindes oberste Priorität hat.

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      • @Anja Knabenhans: Das war jetzt aber nicht gerade die Antwort auf meine Bedenken. Im Gegenteil. Einerseits schreiben die meisten Mütter, die ihre Kinder zurückstellen lassen, mehr oder weniger direkt darüber, dass sie ihren Kindern damit einen Vorteil verschaffen wollen.
        Andererseits ist es eben genau nicht so, dass dies jede Familie für sich selber entscheiden sollte. Vielmehr sind die Spielregeln so, dass das Eintrittsalter für alle gilt, und ein Zurückstellen nur in Ausnahmefällen, mit Attest des (eigentlich objektiv bewertenden) Kinderarztes möglich ist.
        Und drittens war ja mein Hauptpunkt, dass eben gerade nicht die retardierten Kinder zurückgestellt werden, sondern solche, die altersgerecht reif sind und zu Hause gut betreut. Und dass damit die Heterogenität in der Klasse noch vergrössert wird und Fairness und Chancengleichheit beeinträchtigt werden.

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        • Vielleicht hast du Studien gelesen, die ich nicht kenne. Woher hast du “schreiben die meisten Mütter”? Wenn du lediglich diejenigen Mütter meinst, die wie ich einen Artikel drüber schreiben, dann ist das eine sehr kleine Gruppe – und bei mir steht jedenfalls nichts bezüglich Vorteil verschaffen. Mein Sohn kann später irgendeinen Beruf ergreifen, das ist mir herzlich egal. Nicht egal ist mir, wenn er schon ab 4 in ein System gezwungen wird, nur weil das die aktuelle Spielregel ist. Studien zu Kindern mit Burnout-Symptomen gibt es ja auch schon ein Hämpfelchen.
          Und wie der NZZ-Artikel im Link schreibt: Viele Lehrpersonen wünschten sich, dass die Spielregeln wieder geändert oder gelockert werden. Weil sie es nämlich ausbaden dürfen, wenn emotional oder anderweitig unreife Kinder schon eingeschult werden.
          Deinen dritten Punkt kann ich nachvollziehen. Da fehlen mir aber die Daten, die belegen, dass die zurückbehaltenen Kinder (mit Betreuung zu Hause) altersgerecht reifer wären. Es geht ja eben auch um die emotionale Reife – und die lässt sich nun mal nicht so leicht erheben.
          Ich verstehe deinen Punkt schon. Genau das ist ja die Krux am System; dass es so unflexibel ist, dass sich nur eine bestimmte soziale Schicht herausnimmt, gegen die “Spielregeln” zu sein.

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        • Oder meinst du “schreiben die meisten Mütter” die Kommentierenden hier? Auch hier ist die Lesart sehr unterschiedlich. “Mein Kind kommt sehr gut mit” muss imho nicht zwingend bedeuten, dass ein Vorteil im Leistungswettbewerb intendiert war. Das “mitkommen” muss ja nicht unbedingt schulischer Natur sein.

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          • Ja, ich meinte die mitschreibenden Mütter. Und natürlich erhofft man sich einen Vorteil, wenn man möchte, dass das Kind in entscheidenden Phasen schon ein Jahr älter und reifer ist.
            Dass Lehrpersonen nicht glücklich sind mit der Vorverlegung des Eintrittstermins ist klar. Es erleichtert ihre Arbeit sicherlich nicht.
            Persönlich bin ich auch nicht glücklich damit, auch wenn meine Söhne es teilweise kaum erwarten konnten, in Kindergarten und vor allem Schule überzutreten. Ich finde aber, wenn es einen Fixtermin gibt, sollte er auch gelten. Im Sinne der Gleichbehandlung und Chancengleichheit.
            Ausserdem wundere ich mich, dass man Kinder immer früher in Betreuung gibt, aber dann solche Schwierigkeiten damit hat, dass der Kindergarten mit 4 Jahren beginnt. Auch dass dort Blockzeiten und damit lange Mörgen stattfinden ist ja nicht den Kindern zuliebe (zu meiner Zeit sang man noch das Elfiglöcklein und durfte dann heim…).
            Interessant ist ja auch, dass der Widerstand gegen die frühe Einschulung überall da gross war, wo man das nicht kannte. Und überall da, wo es das längst gibt (z.B. wie angesprochen Deutschland) findet man das ganz normal und problemlos.

          • “Natürlich erhofft man sich einen Vorteil” kann ich so persönlich nicht teilen – und mag die Intention anderer Eltern nicht einschätzen. Und das mit den Blockzeiten stimmt natürlich voll – ich weiss aber leider keine bessere Lösung, damit beide Elternteile arbeiten könnten. Aber hier machen wir grad ein ganz neues Fass auf, gell. 🙂

          • Hallo Anja
            Ist eurem Gesuch denn letztendlich mit den von euch angegebenen Argumenten stattgegeben worden und konntet ihr euer Kind zurückstellen? Ich habe gelesen, dass im Kanton Zürich sehr viele Gesuche abgelehnt werden, ich weiss aber nicht ob das stimmt. Heisst ein verspäteter Kindergarteneintritt auch automatisch einen verspäteten Schuleintritt oder wird das dann erneut geprüft? Wir haben ein Juni-Mädchen und sind für nächstes Jahr bereits am Überlegen bezüglich Rückstellung aufgrund diverser Gründe. Wann im Jahr kommen denn die Anmeldeunterlagen? Und bis wann hat man Zeit das Gesuch einzureichen? Sind in Zürich aber noch nicht vertraut mit den schulischen Gegebenheiten. Würde mich deshalb über eine Antwort auf meine Fragen sehr freuen lg

          • Anja Knabenhans

            Hallo Eva
            Ja, das Gesuch ist bewilligt worden. Bei uns im Dorf wurden offenbar sehr viele Gesuche bewilligt – es ist aber regional glaub total verschieden. Kommt sehr darauf an, ob es genügend Kinder hat, d.h. die Schulpflege die Klassen problemlos füllen kann. Wenn sie zu wenig Kinder haben, bewilligen sie angeblich auch weniger Gesuche. Verspätetet Kiga-Eintritt heisst meistens auch späterer Schuleintritt, da 2 Jahre Kiga empfohlen werden und die Kinder nur in Ausnahmefällen nach einem Jahr direkt in die Schule gehen. Denn: Im ersten Kindergartenjahr gehen die Kinder nur am Vormittag, im zweiten dann auch an einigen Nachmittagen. Es wäre für ein Kind also sehr streng, wenn es zuerst nur am Vormittag in den Kindergarten geht und dann schon nach einem Jahr in die Schule muss – wo das Pensum deutlich höher und strenger ist.
            Die Aufgebote kommen meistens im Januar, dann hat man etwa einen Monat Zeit für Rückstellungsgesuche. Ich würde mir an eurer Stelle aber nicht jetzt schon zu viele Gedanken darüber machen… es ist noch so lang hin bis dann und gerade in diesem Alter passiert in der Entwicklung so viel. Ich kenne etliche Eltern, die ihr Kind zurückstellen wollten und dann ein paar Monate später, als das Aufgebot tatsächlich kam, eine ganz andere Meinung hatten und fanden, ihr Kind sei bereit. LG, Anja

  • Liebe Anja,
    wir hatten mit Januar-Kind und Oktober-Kind zum Glück zwei, die schon weit über 4 waren, als sie in den Kindergarten kamen.
    Das eine ist, dass die Kinder immer früher losgeschickt werden in die Schulmühle, das Andere ist meiner Meinung auch nicht zu unterschätzen, nämlich: Wenn mein Kind mit knapp 4 in den Kindergarten kommt und regulär die 2 Jahre macht und danach die 9 Jahre Schule, ist es mit knapp 15 schon aus der Schule…. tja was dann? Hmm es sollte schon eine Lehrstelle haben, ist aber noch extrem kindlich in dem Alter und um eine Lehrstelle zu bekommen sollte es mind. 2 Jahre vorher mit schnuppern anfangen. Somit müssen knapp 13 Jährige schon wissen, wie ihre berufliche Zukunft aussehen soll, und das zu nem Zeitpunkt wo gerade die Hormone explodieren.
    Dieser Aspekt sollte nicht vernachlässigt werden und jede, die ihr Kind noch ein Jahr länger zu Hause behält, hat später ein um ein Jahr reiferes Kind, wenn die Schule fertig ist.

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  • Wir haben auch ein Julikind und denken über eine Rückstellung nach. Andererseits ist im Kindsgi des älteren Geschwisters nun ein Mädchen grad mitten im Jahr vom 1. in den 2. Kindsgi gesprungen. Sie hat Anfang August Geburtstag, ist somit dann also im Sommer, wenn sie in die Schule kommt, gerade mal 6 Jahre alt geworden – und mega parat! Ich weiss nicht, ob man generell sagen kann, was besser ist. Und ich denke auch, dass wir Eltern (vor allem die Mamis) eher das Gefühl haben, “er/sie ist ja noch so klein…” und folglich dem Kind weniger zutrauen als es kann. Fakt ist: die Kinder machen einen so unglaublich gewaltigen Entwicklungssprung im Kindsgi, der in der Kita oder Zuhause bei Mami so nicht möglich wäre, davon bin ich überzeugt.

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    • Ja, den Kinder etwas (mehr) zutrauen, sie allenfalls auch vorbereiten, und sich darüber freuen, dass sie einen weiteren Schritt zur Selbstständigkeit gehen dürfen.

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  • ich habe ein märz kind ein mai kind und ein juli kind, du siehst sie werden immer jünger im dwn kiga gehen. märz kind geht jetzt bereits in den kiga und es läuft ziemlich gut, mai kind (mädchen) werde ich nächstes jahr regulär schicken, juli kind (29.7) werde ich sehr warscheinlich zurückstellen. ich finde 4 jahre einfach viel zu jung vorallem auf die spätere schuhllaufbahn bezogen. aber vielleicht werde ich noch eines besseren belehrt

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  • Liebe Anja, danke, dass Du das Thema aufgenommen hast und Gratulation zu Eurem Entscheid. Wir standen vor einem Jahr vor der gleichen Situation und haben uns für eine Rückstellung entschieden (im Kanton BL braucht es dazu ein Gesuch der Eltern an die Schulleitung und dann eine Abklärung beim Schulpsychologischen Dienst… auf weitere Details verzichte ich hier)… unser Entscheid war goldrichtig! Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo, deshalb bin ich stark der Meinung, dass der Eintritt in den Kindergarten (und damit in unser Schulsystem) flexibler gestaltet werden muss. Was bedeutet schon ein Stichtag?! Hinzu kommt, dass die Situation der Einschulung in der Schweiz typischerweise von Kanton zu Kanton anders geregelt wird. In BL und ZH beispielsweise braucht es Anträge begründet durch Kinderarzt oder Schulpsychologischen Dienst und in anderen Kantonen können Eltern ihr Kind unbegründet rückstellen lassen. Auch sieht der Kindergarten selbst von Kanton zu Kanton oftmals anders aus… es variieren Anzahl Lektionen (und damit auch Anzahl Tage) und es gibt Kantone (wie beispielsweise Bern), in welchen es möglich ist, das erste Kindergartenjahr in einem reduzierten Pensum zu besuchen… Zurzeit wird oft über den “richtigen” Stichtag gestritten, meiner Meinung nach gibt es diesen nicht! Vielmehr sollte über Inhalte gesprochen werden. Auch aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keine eindeutigen pro- oder kontra-Argumente für eine frühe oder späte Einschulung. Fakt ist aber – und dies ist hingegen wissenschaftlich belegt, dass sich kein Vorteil ergibt, wenn Kinder künstlich zurückgehalten werden.
    Für unseren April-Junge war die Rückstellung absolut richtig und ich würde es wieder so machen – wir Eltern kennen unsere Kinder doch am besten! Tagtäglich treffen wir x-Entscheide in der Erziehung, meiner Meinung nach sollten wir auch über eine Rückstellung um ein Jahr entscheiden dürfen.

    Übrigens: Auch mit der Berufswahl müssen sich Kinder dank dem neuen Stichtag früher auseinander setzen. Nicht immer so einfach… da geht dann oftmals ein Jahr “verloren” – auch weil Schulabgängerinnen für einige Lehren ganz einfach noch zu jung sind. Ev. kannst Du dies Deinem Kinderarzt bei Gelegenheit mal mitgeben 😉

    Euch alles Gute, deinem Sohn viel Zeit zum freien Spielen… Blumen wachsen schliesslich auch nicht schneller, wenn man daran zieht! Herzlich, Sabrina

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    • Liebe Sabrina, du sprichst mir in allen Punkten aus dem Herzen. Und: Jesses, was für eine Hürde, dass man sein Kind schulpsychologisch abklären lassen muss wegen einer Rückstellung! Aber gut, dass ihr‘s durchgezogen habt, wenn ihr überzeugt wart, dass eine Rückstellung sinnvoller ist!

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  • Meine älteste Tochter hat im Dezember Geburtstag, daher kein Probkem mit drm Eintritt. Die 2. Tochter im Januar, auch kein Problem. Die 3. Tochter am 7.Mai, sie haben wir ein Jahr zu Hause behalten und ich habe es noch nie bereut. Wenn ich denke was von den Kindern in der Schule alles verlangt wird egal ob sie 6 Jahre sind sind oder 7 in der ersten Klasse. Die 4. Tochter hat ende August Geburtstag, dann wird sie genau 5 Jahre alt sein wenn sie in den Kindergarten kommt.

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  • Wir sind davon überzeugt, dass es sehr sinnvoll ist Kinder ein Jahr später einzuschulen. Uns geht es dabei auch nicht darum, ob das Kind reif ist oder auch nicht. Unser Grund ist das Alter beim Einstieg in das Berufsleben oder auch das Alter um über den Berufswunschs nachzudenken. Die Wirtschaft wird sich nicht so schnell anpassen (viele junge Abgänger) und es ist auch fraglich ob dies je einmal geschehen wird. Wir sehen das Jahr als Geschenk an. Ob das Kind vor dem Kiga bereits schreiben kann, Buchstaben kennt, bis Zehn rechnen kann – das ist doch alles total egal. Kinder lernen täglich etwas, wenn Eltern denken es sei anstrengend wenn das Kind „noch“ zu Hause ist. Na dann viel Vergnügen weiterhin! Ich hatte das geschenkte Jahr bei beiden Kindern sehr genossen. Und die Lehrpersonen, waren dankbar hatte es Kinder in der Klasse, welche Aufträge verstanden haben, etc…
    In diesem Sinne ein schöne gemeinsame Zeit

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  • Liebe Anja
    Ich habe aktuell 2 Kindergartenkinder, einen Jungen (Juli 12) und ein Mädchen (Sep. 13). Den Jungen haben wir ein Jahr zurückbehalten. Zum einen war es ein Bauchgefühl, zum andern aber die Überlegung, dass er mit 14! die Schule beenden würde und mit frischen 15 Jahren in eine Lehre starten müsste. Gerade Jungs sind aber in diesem Alter oft körperlich noch nicht so weit entwickelt wie Mädels. Zudem hätte er mit 12 die Berufswahl angehen müssen, das ist schon sehr jung.
    Ich arbeite an einem 10. Schuljahr und höre oft, dass die Lernenden sich für dieses Brückenjahr entscheiden, weil die Ausbildner meinten, sie seien noch zu jung.

    Der Junge kommt nun im Sommer in die Schule. Er geht aber immer noch sehr gerne in den Kiga und wir sind froh, haben wir damals das Kreuz gesetzt. (Mehr brauchte es in unserer Gemeine nicht).

    Beim Mädchen bin ich gespannt, ob sie den Kiga noch 1,5 Jahre toll findet!🙈

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  • Unsere Tochter wird mit 3 schon eine schulische Einrichtung besuchen, zusammen mit unserem Sohn der dann 4.5 wird. 🙈 Da es sich aber um eine private Schule nach Ansätzen von Montessori handelt und das freie Spiel bis min 7 Jahren ganz zu oberst steht, gibts da kaum Unterschiede zu einer Kita (bis auf die Gruppengrösse und die Altersunterschiede). Wir gehören dahingehend zum “team Andrea” und bezeifeln dass unser bestehendes Schulsystem unseren Kindern gut tut und auf die Zukunft vorbereitet. Die Freude am selbständigen Lernen und Entdecken soll möglichst lange erhalten bleiben!

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  • Wir haben unseren Grossen (ende Juni geboren) letztes Jahr auch zurückgestellt & hatten schon so viele Situationen wo wir einfach nur froh waren darüber! Er hat die letzten Monate nochmals so den Knopf aufgemacht, vorallem auch mit sozialen Themen & so Sachen wie Interesse zeigen in neuen dingen! Ich glaube es wäre einfach nur Stress für alle beteiligten gewesen. Jetzt metken wir, dass er eigentlich bereit wäre & es beginnt die oft erwähnte anstrengende Zeit… aber egal, die kann man als Eltern besser auffangen als überforderung in der Schule! Bei uns in der Zürcher Gemeinde wo wir wohnen sind sie aber auch sehr groszügig. Wir mussten nur ein Gesuch schreiben & nichts weiter! 😊

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  • Meine Bekannte hatte leider keine Möglichkeit, mit ihrem Sohn lange zu Hause zu bleiben. Mit dem Kind gab es zum Glück gar keine Probleme im Kindergarten. Genau wie Sie denke ich, dass es ganz normal ist, wenn das Kind zurückgestellt werden soll. Die Eltern sollen das Gefühl haben, wann die richtige Zeit für den Kindergarten ist.

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  • Bei uns ist es genau andersrum. Unsere Tochter ist am 18. August geboren und wäre definitiv bereit, mit 4 Jahren mit dem Kindergarten zu starten.
    In Italien und Holland gehen die Kinder mit 3 Jahren schon in den Kindergarten. Nur wir Schweizer schleichen wieder hinterher.

    Es ist erwiesen, dass ein Kind vor 6 Jahren am besten und komplett natürlich lernt. Warum also sollte man seinen natürlichen Lernwillen bremsen?

    Klar ist es was anderes, wenn gesundheitliche Probleme vorliegen aber ansonsten sollte man auf die Natur vertrauen, dass das Kind bereit ist.

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  • Unsere zweite Tochter hat am Stichtag, 31. Juli Geburtstag. In der Kita haben sie uns nahe gelegt, ein Gesuch zu schreiben für einen verfrühten Kindergarteneintritt (damals war der Stichtag etwas früher). Wir haben uns dagegen entschieden aus den Argumenten die in den Kommentaren stehen (Kinder spielen lassen, Ernst des Lebens kommt noch früh genug, etc.). Nach einem Jahr Kindergarten wurde uns empfohlen direkt in die 1. Klasse zu wechseln. Wiederum haben wir uns aus den gleichen Gründen dagegen entschieden. Nun Mitte der ersten Klasse wurde uns von sehr erfahrenen Lehrpersonen empfohlen in die 2. Klasse zu wechseln. Das Kind werde offensichtlich künstlich zurück gehalten. Dies hat uns erschreckt und aber auch unser Gefühl bestätigt (welches wir nicht wahrhaben wollten). Wir haben uns nun zum Wechsel entschieden. Zurück blickend, würde ich meine Tochter ein Jahr früher in den Kiga schicken um ihr den jetzigen Wechsel zu ersparen. Im Nachhinein ist man immer schlauer! Was ich sagen will; die gutgemeinten Worte von wegen Kinder spielen lassen, böses System welches die Kinder zu früh will, etc. sind nicht immer richtig! Kinder leiden auch unter Unterforderung. Es ist nicht richtig im Zweifelsfall lieber zu warten (so hatten wir gedacht), sondern was richtig ist, ist individuell von Kind zu Kind verschieden!

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  • Ich denke, hätten die Kinder die Möglichkeit mit 2-3 Jahren eine öffentliche Kita besuchen zu können, dann wären sie mit 4 Jahren gut gerüstet für den Kindergarten. Kein Wunder, dass mit 5 Jahren Probleme haben sich von der Mutter zu lösen, wenn sie das 5 Jahre lang nicht regelmässig üben konnten, oder nicht 10 Minuten bei einer Aufgabe verweilen können, weil sie keine Vorbilder haben, bei denen sie das abschauen können oder nie von ihnen verlangt wurde, weil zu Hause alles nach Lust und Laune gemacht werden darf.
    Und Kinder lernen nun mal am besten von Kindern und brauchen auch Kinder als Spielpartner und nicht die Eltern. Genau das wird ihnen genommen, wenn sie 5 Jahre lang nicht regelmässig wöchentlich mehrmals die Woche für paar Stündchen in eine Kindergruppe gehen dürfen.
    Allgemein denke ich, dass es ein Witz ist, dass ein Datum die Reife bestimmt. Das ganze System sollte geändert werden, indem es öffentliche Kitas gibt und die Einschulung nach Entwicklungsstand geschehen würde. Und dann kommt noch das andere Problem dazu, dass all die hier geborenen fremdsprachigen Kinder zwar nach Geburtsdatum Reif sind, jedoch kein Wort Deutsch können, eventuell 5 Jahre lang keine Schere und keinen Stift in der Hand gehabt hatten. Und die Kindergärtnerin soll als das bei 20 Kindern (auf 20 unterschiedlichem Entwicklungsstand) nachholen, deutsch beibringen (mit DaZ Unterstützung) , zeigen, wie man eine Schere hält, wobei sie eigentlich schon basteln können sollten oder würden, oder ins Turnen gehen können, so dass auch Zeit bleibt für das Springen, Rennen, Spielen, Klettern und nicht die ganze Stunde mit dem umziehen vergeht. Usw.
    Schwieriges Thema. Aber man könnte von anderen Ländern vieles Lernen. Dazu müsste sich auch die Einstellung der Mütter ändern, die die Kinder bei sich behalten möchten, weil sie ja eh zu Hause sind, oder wieso soll es zum Mittagsstisch, wenn ich sie eh zu Hause kocht. Nur ist es ganz anders mit der Familie zu essen, als mit einer grösseren Kindergruppe, wo man vieles lernen kann (sozialen Umgang, Regelberständnis, Anpassungsfähigkeit, Toleranz, das Warten, Rücksichtsnahme usw.).
    Als Schlusswort: die Eingleiderung in eine Kindergruppe, in eine “Gesellschaft” müsste viel früher geschehen und der Kindergarten sollte ein Ort zum miteinander spielen, zum Kindersein dürfen sein und nicht zur Schulvorbereitung dienen.

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    • Aber der Kindergarten gehört zum Schulsystem und ist eine Vorbereitung auf die Schule. Wenn du dein Kind zum eingliedern in die Gesellschaft zum Spielen weggeben möchtest, gehört es in eine Kita und nicht in den Kindergarten!
      Ich bin Kindergärtnerin und bin froh, wenn sich Eltern genau überlegen, ob Sie ihr Kind schon in den Kindergarten geben möchten. Den meistens sind die Sommerkinder(Mai/Juni/Juli) genau die Kinder, die dann nach 2 Jahren Kindergarten noch nicht Reif für die Schule sind! Kindergarten mit 5&6 Jahren und dann mit 7 Jahren in die 1. Klasse wäre genau das richtige.

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  • Unser Sohn hat Mitte Juli 2015 Geburtstag. Bei dem 3 jahres Check bei der Kinderärztin hat sie mich auf die bevorstehende, frühe Einschulung aufmerksam gemacht und mir geraten Dieses um ein Jahr zu schieben. Alle von ihr erklärten Vor- und vor allem Nachteile machten für uns Sinn. Demzufolge schrieb ich ein Verschiebungsgesuch mit dem ärztlichen Attest zusammen. (Kanton Zürich) Das Gesuch wurde mir vorgängig telefonisch bereits von der Schulleitung bewilligt. Das schriftliche folgte problemlos. Jetzt konnten wir in aller Ruhe mit viel Geduld und Zeit die gewünschten Fähigkeiten ohne Druck ihm beibringen. Nun klappt alles prima und er ist mächtig Stolz darauf die Sachen selbstständig zu können (natürlich klappt es Zuhause nicht immer reibungslos…ist ja auch ok. so) Was aber eigentlich noch viel wichtiger ist, sind die sozialen Fähigkeiten und da war das Jahr sehr hilfreich. Gewisse Hirnentwicklungen beim Kind finden eben einfach erst mit 5 Jahren statt, egal wie fähig oder „unfähig“ ein Kind mit 4 ist!

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  • Ich muss jetzt auch mal was dazu sagen. Ich bin seit über 20 Jahren Kindergärtnerin. Die Kinder, welche mit 4 Jahren und ein paar Wochen eingeschult werden, sind derart unterschiedlich, dass man keine Check-Listen erstellen kann, ob ein Kind nun reif ist, oder nicht! Fakt ist aber; die jungen Kinder haben viele Fertigkeiten noch nicht entwickelt und es fällt ihnen somit sehr schwer, den Anforderungen im Kiga gerecht zu werden. Wenn die körperliche Entwicklung noch zurücksteht, kann man noch so lange üben, da geht nichts mit Fortschritten und die Kinder sind dann teilweise sehr frustriert….. auch ein Arzt kann dies nicht beschleunigen oder beurteilen, ob das Kind den Anforderungen gerecht werden kann, oder nicht. Es braucht kompetente Lehrpersonen, welche die Eltern bei der Entscheidung unterstützen. So könnte man für jedes Kind die richtige Entscheidung gemeinsam treffen und jedem Kind die Chancengleichheit bieten, auf die es ein Recht hat!

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  • Ich bin froh, lese ich all die Kommentare erst, nachdem unsere 4 jährige Tochter (im Februar geboren) mit viel Freude im Kindergarten gestartet hat.

    Sie ist die jüngste der Klasse, was mich überrascht hat und sie selbst stolz macht.

    Könnte es nicht sein, dass die gut gebildeten Eltern (zu denen wir auch zählen), oft vielzusehr darauf achten, was die anderen machen, anstelle im Sinne des Kindes zu entscheiden? Viele sind mit 4 bereit, ander (noch) nicht.

    Als Mutter bedeutet der Kindergarteneintritt wieder etwas mehr los zu lassen, das Kind weniger zu Hause zu haben.
    Weil sie so gerne hingeht und profitiert, nehme ich das gerne in Kauf und freue mich mit ihr über neue Erlebnisse und Freunde.

    Wartet bis das Kuvert kommt und entscheidet dann. Es passiert in wenigen Wochen und Monaten in der individuellen Entwicklung jeweils so viel. Ich bin somit für etwas Gelassenheit und wenn nötig die Absprache mit Kinderarzt und/oder Schulleitung.

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  • Augustkind kam mit 5 in den Kindergarten. War unterfordert und hat nach 6 Monaten in den grossen Chindi gewechselt.
    Auch eine Unterforderung ist nicht toll!

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  • Unser Sohn haben wir zurückgestellt, nachdem er eigentlich alle Regeln für den Eintritt in den Kindergarten erfüllt hat, aber die Schule mit anderen Problemen (Gewalt, rücksichtslose Kinder usw.) und unser Sohn mit der Gruppe überfortert war.
    Unser Sohn fühlt sich jetzt wesentlich wohler, da er nun eine besseres Verständis dafür hat, dass die Schule mehr Probleme hat als er selber.

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  • Wie wahr. Vor allem ist die emotionale Stabilität wichtig. Die Kinder sind jünger geworden, aber die Anforderungen im Lehrplan sind gestiegen. Da sprehce ich als Lehrer und Mutter.
    Wir haben uns auch entscheiden müssen. Ich bereue meine Entscheidung nicht. Aber es ist in der Gesellschaft nicht gut gesehen. Wir müssen uns heute noch rechtfertigen, dass unsere Tochter erst mit 5 inden KG geht, leider.

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