Allein, allein … wieso ich gerne wieder mal so leben möchte

Hui, jetzt habe ich es gesagt. Gar geschrieben! Ja, es gibt Momente, gar Tage und Wochen, da wünsche ich mir eine 2-Zimmer-Wohnung in der Stadt, wo ich alleine lebe.

Nicht nur getrennt von meinem Mann, sondern auch ohne meine Kinder.

Und bevor jetzt die Empörung losgeht: Ich liebe meine Familie, meinen Mann seit über 20 und meine Kinder seit bald 14 und neuneinhalb Jahren. Aber manchmal….

#malehrlich: Habt ihr nicht auch manchmal Lust, wieder eine eigene Wohnung zu haben? Sie so einzurichten, wie es euch – und nur euch – gefällt? Die eigenen vier Wände, in denen nur genau das rumliegt, was ihr selber rumliegen lasst? Wo der Kühlschrank auch mal leer sein kann, weil euch ein Take-away kein Vermögen kostet? Ich schon.

Wünscht ihr euch nicht manchmal einen Tag ganz ohne Diskussion zum richtigen Outfit für Frühlingswetter? Nein, kurze Hosen und Flip-Flops sind es nicht. Und nein, die Badi hat noch nicht geöffnet, spinnsch? Oder wie wäre es mit ein paar Tagen ganz ohne „Wer räumt den Geschirrspüler aus?“, “Tisch decken? Wieso immer iiiich?“ …

Ihr wisst, was ich meine, richtig?

Vielleicht liegt es daran, dass ich gerade in Barcelona war und ich es bitter bereue, nicht wenigstens ein Austauschjahr in dieser tollen Stadt gemacht zu haben. Oder in sonst einer Stadt ausserhalb der Schweiz. Ich. Mit mir. Alleine.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Frühlingsferien sind und wir zu viert zu Hause sind, was mehr Chaos und Dreck mit sich bringt, als ich aushalten kann … ich weiss es nicht.

Was ich tun würde, wenn ich alleine lebe:

  • Viel öfter netflixen – denn niemand würde mir in mein TV-Programm reinreden und Kindersendungen gäbe es gar nicht.
  • Regelmässig Sushi bestellen, wenn mir danach ist, ohne unsere Hypothek erhöhen zu müssen, weil es für vier Personen einfach unbezahlbar wird.
  • Keinen Zmittag kochen. Nie.
  • Arbeiten wann und wo ich will, ohne Rücksicht auf Schulschluss oder Termine, die nicht meine sind.
  • So viel lesen. All die runtegeladenen Bücher, zu denen ich nie komme. Und neue runterladen.
  • Aufgeräumte und gelüftete Zimmer geniessen. Teenager-frei. (Was eben auch frei von Gerüchen bedeutet.)
  • Nur einkaufen, wenn ich Lust auf was habe. Mit Körbchen, nicht mit Wagen.
  • Abends zum Apéro gehen, ganz spontan.
  • Überhaupt ganz oft durch meine Stadt spazieren.
  • Meinen “Kleiderstuhl” wieder aktivieren. Ihr wisst schon, der, der als zweiter Kleiderschrank dient.
  • Meinen Mann daten. „Zu mir oder zu dir?“ wäre plötzlich wieder ein Thema…

Wahrscheinlich fallen mir noch viele andere Dinge ein, kaum geht dieser Text online. Aber ihr habt verstanden: Manchmal ist mir das Familienleben einfach zu viel. Zu viel Lärm, zu viel Reden, zu viel Nähe… Euch etwa nicht?

P.S.: An meinen Mann und meine Kinder, wenn ihr das lest: Ich liebe euch! Doch, wirklich!

Autorin
Eltern können sich auch ihre Kinder zum Vorbild nehmen. www.anyworkingmom.com

Nathalie Sassine-Hauptmann (44) gehört zu den Müttern, die alles wollen und es in vielen Fällen auch kriegen. Dieser Weg war aber steinig und sie hat festgestellt, dass sie mehr auf sich selber hören muss. Heute führt sie ihr erfolgreiches Online-Reisebüro webook.ch, das flexible Arbeitszeiten bietet. Perfekt für Mütter, die eben auch alles wollen. Mit ihrem Buch «Rabenmutter – die ganze Wahrheit über das Mutterwerden und Muttersein» spricht sie vielen berufstätigen Müttern aus der Seele. Nathalie hat ausserdem keine Angst vor dem Schimpfwort “Feministin”, im Gegenteil.

Hier gibt sie eine Anleitung für “Kleine Auszeiten vom Alltag”.

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10 Kommentare zu “Allein, allein … wieso ich gerne wieder mal so leben möchte

  • Hahaha, Du sprichst mir auch aus dem Herzen.
    Ich war letzte Woche 3 Tage auf einer Dienstreise im Ausland und es war einfach super wieder mal weg zu sein. Auch wenn dies mit langen Arbeitstagen verbunden ist gab es trozdem am Abend kurz Zeit um durch die Stadt zu schlendern, Shoppen und gut zu essen. Ich freue mich schon auf die nächste Mission 🙂
    Wenn ich keine Familie hätte, wäre ich auch nicht in der Schweiz, sondern würde im Ausland arbeiten. Dazu konnte ich mein Mann leider noch nicht überreden, auch wenn ich die Hauptverdienende bin. Ich denke Frauen sind da zum Teil immer noch mehr bereit, einfach mitzugehen. Ich bereue es nicht, eine Familie zu haben. Aber der Freiheitsverlust ist enorm, auch wenn wir nur ein Kind haben.

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    • Liebe Sara, und ein Kompromiss? Mal zwei, drei Jahre weg? Auf jeden Fall alles Gute weiterhin und vielen Dank für Dein Feedback!

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    • Bei uns ist es mein Mann, der immer mal wieder ein paar Tage am Stück weg muss/darf. Er will dann allabendlich mit uns skypen, vermisst uns; während ich mir wünsche, ich könnte mal etwas länger weg: abends in Restis essen oder take away im Hotelzimmer, Frühstück vom Buffet, ohne Abwasch oder Einkauf, ohne Znüni machen. Verkehrte Welt 🙂

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  • Oh, was für ein schöööööner Text! Ich erhole mich grad während des Lesens! =D Ja, ja und nochmal ja… meine Kinder sind aktuell noch etwas jünger, aber trotzdem wünsche ich mir manchmal so eine Wohnung 😉

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  • Achh der Text könnte von mir sein…. durfte gerade letzten sonntag noch nicht in die ferien fahren, weil ich noch bist dienstag gearbeitet habe und es war sooooo schön!! Das haus aufgeräumt, 1x pizza take away in der stadt, tv was ich will und dann 2x ausgang….
    erholung pur… und das schönste? Es ist morgen bei unserer rückkehr immer noch so aufgeräumt wie am letzten sonntag… 😉

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  • Wieder mal im Bett sitzend Thailändisches Essen direkt aus dem Tupperware mampfen und mit den Katze teilen, und mir Sandra Bullock-Filme reinziehen OHNE dass jemand stürmt wie langweilig oder wieso darfst du das und ich nicht….

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