Du willst dich selbstständig machen? 10 Dinge, die du wissen musst

Hast du insgeheim auch schon von der Selbstständigkeit geträumt, den Schritt aber bisher nicht gewagt? Träumst du davon, beruflich erfolgreich zu sein und trotzdem Beruf und Familie unter einen Hut zu kriegen?

Ich selber habe mir vor über zehn Jahren gesagt «Yes, ich mache mich selbstständig» – für mich bis heute eine meiner besten Entscheidungen überhaupt.

Klar, das gilt nicht für alle – aber vielleicht für dich? Was es dabei zu beachten gilt, habe ich dir aufgelistet:

1. Du musst als Selbstständige (noch) nicht alles können

Niemand kann – von Beginn weg – Rechnungen korrekt verbuchen, Finanzpläne erstellen, eine Webseite designen und zwischendurch noch einen korrekten Arbeitsvertrag aufsetzen. Auch wenn wir Schweizer:innen dazu neigen, für alles ein Diplom zu machen, ist das Motto am Anfang «learning by doing».

Zu einem späteren Zeitpunkt macht es durchaus Sinn, einen betriebswirtschaftlichen Kurs zu absolvieren. Am Anfang reichen aber YouTube-Tutorials und/oder die Unterstützung von aussen. Denn du musst nicht alles wissen und können. Schliesslich gibt es für alles Spezialist:innen, deren Hilfe du annehmen kannst. Was uns zum nächsten Punkt bringt:

2. Du darfst um Hilfe bitten

Du bist nicht allein. Auch wenn sich die Selbstständigkeit am Anfang vielleicht einsam anfühlen wird, es gibt immer jemanden, den man um Hilfe bitten kann. Das heisst, dass du gewisse Arbeiten (natürlich kostenpflichtig) outsourcen kannst. Aus Erfahrung kann ich dir hier verraten, dass das oft weniger kostet, als du vielleicht denkst. Was du dabei aber gewinnst, ist von grossem Nutzen für dich und dein Business. Du steigerst die Professionalität deines Unternehmens und gewinnst wertvolle Zeit, die du anders einsetzen kannst.

Zudem gibt es immer Leute, die in der gleichen Situation sind wie du. In den sozialen Netzwerken findest du viele Communities, die einen wertvollen Austausch mit Gleichgesinnten bieten. Du kannst also vom Wissen und von den Erfahrungen anderer profitieren. Und es tut einfach gut zu wissen, dass andere mit den gleichen Herausforderungen kämpfen wie du.

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(Bild: Pexels)

3. Du wirst dank deiner Selbstständigkeit sehr schnell sehr viel lernen

Eine sehr spannende und intensive Zeit liegt vor dir. Du wirst, vor allem am Anfang deiner Selbstständigkeit, in extrem kurzer Zeit extrem viele neue Sachen lernen. Vielleicht sogar Dinge, um die du vorher einen grossen Bogen gemacht hast. Ich persönlich hätte zum Beispiel nie gedacht, dass mir die Abstimmung meines Bankkontos einmal Spass machen könnte.

Und wenn Dinge notwendig werden, die du dir nicht selbst beibringen kannst oder möchtest, oder dir die Zeit dazu fehlt, hast du immer noch die Möglichkeit, dir Hilfe zu holen.  

4. Du brauchst ein Netzwerk, um als Selbstständige erfolgreich zu sein

Vielleicht ist deine Nachbarin mit einem begnadeten Webdesigner befreundet? Oder die Schwester deiner Freundin ist Journalistin und unterstützt dich gerne bei deinem Blogartikel. Es lohnt sich, in deinem Umfeld nach Personen zu suchen, die dein Netzwerk bereichern könnten. Wichtig ist, diese Kontakte regelmässig zu pflegen – und zwar nicht nur dann, wenn man etwas von den Leuten haben möchte.

Auch Seminare, Messen und Events sind hilfreich, wenn es darum geht, die richtigen Kontakte zu knüpfen. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob du erst vor der Gründung deines Geschäfts stehst oder schon erfolgreich bist. Ein funktionierendes Netzwerk ist jederzeit von Nutzen.

5. Du musst ein Freak sein (werden) in Selbstmanagement

Du wirst lernen, dich selbst zu managen, zu motivieren, Aufgaben eigenständig zu definieren und dann in der Lage sein, durch verschiedene Methoden den richtigen Weg bei der Lösung von Herausforderungen zu finden. Das sind wichtige Eigenschaften, um selbstständig zu arbeiten. Die Zeit sinnvoll zu nutzen, Aufgaben speditiv und nach Wichtigkeit zu erledigen und Pausen einzuplanen ist ebenfalls wichtig. Glücklicherweise gibt es in Zeiten von Laptop, Smartphone etc. viele nützliche Apps und Installationen, welche dich dabei unterstützen können.

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6. Du solltest deine Zielkunden und deren Bedürfnisse so gut wie möglich kennen

Dies ist ein wichtiger Schritt zu einem erfolgreichen Business, den man nicht unterschätzen darf. Je besser du deine Zielkunden und deren Bedürfnisse, Wünsche und Probleme kennst, desto gezielter kannst du sie ansprechen. Dies hat zur Folge, dass sie sich verstanden fühlen und dir dein Vertrauen schenken. Nur durch dieses Vertrauen ist eine gute Kundenbeziehung überhaupt möglich.

7. Mach dich gefasst auf die Unternehmer-Achterbahn der Gefühle

Vielleicht sind gerade Sommerferien oder eine unsichere Wirtschaftslage hemmt das Investitionsverhalten deiner Kund:innen. Solche Durststrecken sind normal und die Kunst ist, sie auszuhalten. Die Sicherheit eines konstanten Saläreingangs auf dem Bankkonto gibt es nicht mehr. Dies bringt viele Unsicherheiten mit sich, mit denen nicht alle gut umgehen können.

Auf der anderen Seite sind da aber auch die Hochgefühle, wenn du einen guten Deal abgeschlossen hast, oder eine positive Rückmeldung eines Kunden erhalten hast. Unternehmer:in zu sein heisst also, auf einer Achterbahn der Gefühle unterwegs zu sein. Und daran muss man sich erst gewöhnen.

8. Du brauchst als Selbstständige viel Motivation und Durchhaltewille

Eine erfolgreiche Selbstständigkeit ist nichts, womit man sich nur halbherzig beschäftigen kann. Frei nach dem Motto «ganz oder gar nicht» braucht der Weg in die Selbstständigkeit Motivation, Wille und eine grosse Portion Herzblut.

Wer schon mal einen Marathon gelaufen ist, weiss, dass das Rennen nicht auf den ersten Kilometern entschieden wird. Auch beim Aufbau einer Selbstständigkeit heisst es, dranzubleiben. Durchschnittlich dauert es zwei bis vier Jahre, bis man von einer selbstständigen Tätigkeit leben kann. Zugegeben, diese Jahre können sich sehr lange anfühlen – aber Durchhalten lohnt sich.

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9. Du wirst ein Vorbild sein für andere (Frauen) und für deine Kinder

«Mensch, die ist so erfolgreich!». Gib’s zu, das hast du auch schon über andere Unternehmer:innen gedacht. Warum solltest du selbst nicht auch ein Vorbild für andere sein – speziell als Frau? In der immer noch von Männern dominierten Welt der Selbstständigkeit zeigst du deiner Familie, deinen Kindern und auch anderen Unternehmerinnen, dass Frauen genauso wie Männer erfolgreich einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen können – und sogar noch die Kinderbetreuung unter einen Hut kriegen.

10. Tu’s einfach!

So banal es auch klingen mag, hier kommt mein letzter und wohl wichtigster Ratschlag: Tu’s einfach! Auch wenn der Weg in die Selbstständigkeit alles andere als banal und einfach ist, beginnt er doch mit dem ersten Schritt. Es ist in Ordnung, seine Komfortzone zu verlassen, ein allfälliges Scheitern in Kauf zu nehmen und einfach mal anzufangen. Alles Weitere folgt.

Und hier noch ein Tipp – speziell für Frauen: Verkauft euch nicht unter eurem Wert! Das machst du sicher nicht, denkst du dir vielleicht. Aber ich kann dir hier verraten, dass das einfacher gesagt als getan ist. Es ist nicht immer einfach – besonders zu Beginn – das Selbstvertrauen zu haben, um die Preise zu verlangen, die du eigentlich haben möchtest – besonders wenn dein Auftragskalender noch nicht voll ist. Aber lass dir sagen, dass es sich lohnt. Denn was billig ist, hat auch keinen Wert – die Wertschätzung dir und deiner Arbeit gegenüber ist somit nicht vorhanden.

Nun wünsche ich dir einen guten Start in die Selbstständigkeit. Und auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Tu’s einfach!

Autorin
Simone Brand, Autorin - www.anyworkingmom.com

Simone Brand (Jg. 1981) ist seit zehn Jahren selbstständig als Grafikerin. Seit der Geburt ihres Sohnes (2019) beschäftigt sie sich intensiv mit dem Spagat zwischen Beruf und Familie. Ihre Erfahrungen hat sie in einem Programm für berufstätige Mütter, die selbstständig werden wollen, zusammengestellt. Simone lebt mit ihrer Familie im Kanton Bern. www.simonebrand.ch

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