Meine Abtreibung: Nein zum Baby, Ja zum Leben


Herausgefunden habe ich es an einem zu frühen Mittwochmorgen Ende Januar auf meinem Badezimmerboden. Als sich das Strichlein des Schwangerschaftstests langsam rot färbte, sagte alles in mir ein so deutliches Nein, wie ich es noch nie in meinem Leben verspürt hatte.

Und das, obschon ich allen erzählte, ich wolle dann bald mal Mutter werden. Ich bin 30, bei mir angekommen, ich könnte einem Kind geben, was es braucht. Ich nahm jedoch mein Handy und schrieb um halb sieben einer wundervollen Frauenärztin, mit der ich mal beruflich zu tun hatte, dass ich sie nun selber brauche. Danach weckte ich meinen Partner mit den Worten, ich sei noch nicht bereit und hätte schon alles organisiert.

Mein Körper, meine Entscheidung.

Dennoch musste der Entscheid gemeinsam gefällt werden und Boden haben. Wir kannten uns erst zwei Monate und mussten uns nun überlegen, ob wir uns vorstellen könnten, miteinander eine Familie zu gründen.

Man sagt, eine Abtreibung zerstört eine Beziehung oder bringt sie näher zusammen. Als er mir in meinem einzigen «aber was, wenn doch»-Moment sagte «Wenn du dieses Baby willst, dann machen wir das», wusste ich, dass ich mir eine Zukunft mit ihm vorstellen kann.

Es ist nur eines von vielen Beispielen, das zeigt, wie viel Klarheit, Dankbarkeit und Liebe dieser Entscheid in mein Leben gebracht hat. In erster Linie war ich all den Frauen dankbar, die mir zuvor ihre Geschichte erzählt hatten. Durch diese Auseinandersetzung mit dem Thema konnte ich zu einer eigenen Haltung gelangen.

Ich wusste genau, in welche Praxis ich gehen wollte, und habe am selben Nachmittag einen Termin gekriegt: An den Wänden hingen Frauenstreik-Poster, der Parkettboden knarzte, die Frauen trugen bunte Kleider, sie gaben uns beiden Bachblütentropfen, wir fühlten uns zuhause.

Ich war dankbar.

Dankbar, dass ich in Zürich lebe, wo solche Orte einfach aufzufinden sind. Dankbar für meinen Lohn, da uns das ganze Vorgehen am Ende 1200 Franken gekostet hat – unsere Selbstbehalte liegen bei 2500 Franken.

Ich war dankbar für mein Alter, da ich mich Anfang 20 für einen derart klaren Entscheid noch nicht gut genug gespürt hätte. Ich war dankbar für unser politisches System, das mir das Recht über meinen eigenen Körper gibt.

Und ich war dankbar, dass ich einen Mann an meiner Seite hatte, der das einzig Richtige tat: seinen Mann stehen.

Unser Nein zum Baby war der lebensbejahendste Entscheid meines Lebens.

Es war ein Ja zu unserer Beziehung, die mir so wertvoll ist, dass ich uns zumindest noch einen ersten gemeinsamen Frühling zu zweit geben wollte. Es war ein Ja zu mir selbst, da ich mich nicht schon wieder in die nächste Herausforderung stürzen wollte. Und es war ein Ja zum künftigen Leben unseres Babys.

Ein Kind verdient ein klares Ja. Kein «ja gut, dann machen wir das halt», sondern ein «ja, wir wollen dich».

Also machte ich, was (potentielle) Mütter so tun: das Beste für ihr Kind. Ich schickte unser Baby ins Universum zurück, wo es noch ein paar Runden drehen sollte, bis wir dann wirklich vielleicht einmal bereit dafür sind. Wir liessen uns noch eine Woche Bedenkzeit, in der wir jede Sekunde zusammen verbrachten. Wir haben zusammen geweint, aber nie aus Zweifel. Denn selbst wenn es ein klarer Entscheid war, war es ein grosser Entscheid für zwei Frischverknallte.

Dann kamen die Tage der Abtreibung.

An einem Dienstagnachmittag im Februar schluckte ich drei Tabletten Mifegyne, die dazu führen, dass der Körper das Gewebe abstösst. Zwei Tage später hätte der nächste Termin folgen sollen, bei dem ich ein Medikament kriegen würde, das Wehen auslöst und den Inhalt der Gebärmutter ausstösst. Was ich damals noch nicht wusste: Ich gehörte zu den glücklichen drei Prozent, bei denen das erste Medikament reicht. Das hing auch damit zusammen, dass ich erst etwa sechs Wochen schwanger war.

Etwa 24 Stunden nach der Einnahme begann ich zu bluten. Beim Pinkeln musste ich alles, was dabei heraustropfen würde, mit einem Sieb auffangen und in einem mit Wasser gefüllten Konfitüreglas aufbewahren. Es kamen Fetzen aus geronnenem Blut heraus wie bei einer Menstruation. Und auch ein kleines Gewebeteil, das ich aufbewahren musste.

Am nächsten Tag machten wir uns mit Kissen, Decken, Büchern, Laptop, Essen, Tee und Schmerzmitteln bepackt auf in die Praxis. Uns erwartete der einzige Teil, vor dem wir Angst hatten: stundenlange Wehenschmerzen. Nach einem kurzen Vorgespräch, untersuchten die Frauen der Praxis das Konfitüreglas.

Das Gewebeteil, das wars. Es war raus. Einfach so. Wir wurden wieder nach Hause geschickt.

Es war vorbei. Ohne Widerstand. Ohne Schmerzen.

Ein Fruchtsäckchen in der Grösse eines Fingernagels, darin für die Augen unsichtbar ein klitzekleines Embryo von zwei Millimetern Grösse. Wir erhielten es in einem Kartonböxli und entschieden uns, es mitzunehmen. Wir fanden, dass es einen schönen Abschied verdient hat. Zuhause erwartete uns Besuch von Freunden, die uns Blumen schickten und Kuchen mitbrachten.

Unter dem Besuch war eine schwangere Freundin. Und alles war genau so, wie es sein sollte.

Nicht jede Abtreibung ist schmerzhaft oder schwierig. Ich glaube, jede Frau spürt in dieser Situation, was zu tun ist – wenn ihr Umfeld sie lässt. Hätte ich das früher gewusst, hätte uns das viele Ängste erspart.

Ein paar Tage später verbrannten wir das Böxli in meinem Lieblingspark, kleideten eine kleine Grube mit Rosenblättern aus und vergruben die Asche mit einem Citrinstein, damit es nicht so dunkel ist. Letzten Endes war es etwas, das wir gemeinsam erschaffen hatten, und somit etwas Wertvolles.

Weshalb ich über meine Abtreibung schreibe?

Ich veröffentliche diesen Text aus Dankbarkeit allen Frauen gegenüber, die sich mir mit ihren Geschichten geöffnet haben. Ohne euch wäre diese Zeit weniger klar gewesen. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass uns Menschen nichts näher zusammenbringt, als wenn wir unsere Erfahrungen und Erlebnisse offen miteinander teilen.

Ich finde, dass man das Leben mit all seinen Entscheidungen nicht alleine durchstehen muss. Und ich habe erfahren, dass ich nicht Mutter werden muss, um ein erfülltes Leben als Frau zu führen.

Unser Baby wäre letzten September gekommen. In dieser Zeit dachten wir ein paar Mal an unsere Entscheidung zurück – immer mit der Gewissheit, dass sie richtig war. Manchmal sahen wir superherzige, junge Familien. Wow, das könnten wir sein. Manchmal sahen wir superlaute, schreiende Babies und ihre Eltern im Tram. Wow, das könnten wir sein.

Aber das waren wir nicht. Wir haben für uns den anderen Weg gewählt und die Abtreibung in keinem Moment hinterfragt, bis heute nicht. Das Schönste daran: Diese junge Familie, wir könnten das immer noch eines Tages sein. Wir sind zwei junge, fruchtbare Menschen, die sich lieben. Wir haben das Privileg, beide Optionen zu haben. Wie wunderschön.

Ich dachte immer, ich könnte niemals ein Kind abtreiben.

Nichtsdestotrotz bin ich jahrelang für das Recht auf Abtreibung demonstrieren gegangen – es ist fundamental wichtig, dass wir diese Wahl haben.

Denn wie bei so vielem weiss man erst, was es heisst, wenn man selbst betroffen ist.

 

Autorenportrait - www.anyworkingmom.com
Copyright: Andrea Monica Hug

Anne-Sophie Keller (*1989) ist in Bern geboren und in Thun aufgewachsen. Seit 2010 arbeitet sie in Zürich als Gesellschaftsjournalistin, Kolumnistin und Autorin. Sie engagiert sich für die Gleichstellung der Geschlechter, organisiert Workshops, moderiert Podien und gibt regelmässig Interviews zu Gleichstellungsfragen. 2017 erschien ihr erstes Buch, eine feministische Bestandsaufnahme über Iris von Roten, im Xanthippe Verlag. www.annesophiekeller.ch/

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41 Kommentare zu “Meine Abtreibung: Nein zum Baby, Ja zum Leben

  • Es gibt nie den richtigen, perfekten Zeitpunkt für ein Kind. Auch wenn wir uns bereit fühlen und für ein Kind entscheiden, wissen wir noch nicht auf was für ein Abenteuer wir uns einlassen. Wenn wir die Kinder dann haben können wir auch nicht einfach sie ins Universum abschieben, weil wir nicht lust haben auf die immer wieder kehrenden Herausforderungen die ein Kind/Kinder mit sich bringen. Was wir immer können ist, uns unterstützung holen, auch wenn ein Kind “nur” einen Frühling zu früh als geplant sich einnistet. So können wir auch mit der Herausforderung “Kind”, Zeit für uns allein haben. Dies empfinde ich Leben/Liebe= Herausforderungen zusammen meistern nicht wegschieben/abschieben.

      Antworten
  • Liebe Anne-Sophie

    Mich macht dieser Artikel traurig.
    Das Beste für das Kind? Es soll noch ein paar Runden im Universum drehen? Das finde ich etwas arg beschönigend.
    Machen wir uns doch nichts vor: dieses Kind ist tot und kommt nicht mehr zu dir zurück. Es bezahlte mit seinem (ungelebten) Leben einen hohen Preis für das Ja zu deinem Leben, wie du es momentan haben willst.

    Trotzdem danke für das teilen deiner Erfahrung.

      Antworten
    • Danke Andrea.
      Genau das habe ich auch gefühlt: Traurigkeit. Und dann Wut über die Beschönigung. Bei allem Respekt für die Entscheidung und die öffentliche Darstellung hat es mich schockiert.

      Ich bin keine Abtreibungsgegnerin. Ich bin froh, gibt es bei uns die Möglichkeit, das legal und unter medizinischen Standards zu tun. Es sollte aber die Ausnahme bleiben.

      Abtreibung ist keine Verhütungsmethode. Das Kind ist ein Kind, auch in der 6. Woche. Hätte man es nicht abgetrieben, wäre es zur Welt gekommen. Mit der Befruchtung ist das Leben entstanden, das nach seinem Fahrplan wächst und sich entwickelt, bis zum (natürlichen) Tod. Durch Abtreibung wird in diesen Prozess eingegriffen und das Kind stirbt einen unnatürlichen Tod.

      Dass das Baby irgendwelche Runden dreht, es das beste für das Baby ist und man es dann netterweise noch feierlich bestattet, ist irgendwie zynisch.
      Das Baby ist tot. Es wurde getötet. Punkt. Wenn es später ein weiters Baby geben soll, so ist es ein neues Baby.

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        • Liebe Ilona, wenn du keine Achtsamkeit aus diesem Text rausliest und das Wort “Wunder” anfügst, dann vermute ich mal, dass du Abtreibungen generell nicht gutheisst. Die Autorin hat sich sorgfältig mit dem Thema auseinandergesetzt und hat – wie man aus dem Text entnimmt – sehr viel Achtsamkeit in die Abtreibung und in den Abschied investiert. Und genau deshalb fanden wir diesen Text ein perfektes Beispiel dafür, dass eine Abtreibung nicht per se schrecklich und traumatisch sein muss. Und die Argumentation, man würde mit einer Abtreibung das Leben nicht achten, macht es genau so vielen Frauen schwer, eine Abtreibung zu vollziehen oder zu verkraften. Wir wollen davon wegkommen und uns zuhören, und zwar wertungsfrei. Das ist für uns von Any Working Mom die höchste Form der Achtsamkeit.

            Antworten
          • Liebe Anja
            Ich weiss nicht, ob Ilona generell gegen Abtreibungen ist. Ich selbst bin auch nicht generell dagegen und bin froh, dass wir hier in der Schweiz legal die Möglichkeit haben, dies zu tun. Ich finde es auch mutig von Anne-Sophie, dass sie so offen darüber schreibt, und der Text kann vielleicht wirklich Frauen helfen, die in einer sehr schwierigen Situation sind, sich ein Leben mit Kind nicht vorstellen können, aber auch Angst vor der Abtreibung haben. Dennoch irritiert mich dieser Text: Beim Lesen wurde mir der Eindruck vermittelt, dass Abtreibung eine Art Verhütungsmethode ist. Das ist sie aber nicht! Wenn man nicht bereit ist für ein Kind, dann kann man auch dafür sorgen, dass keines entsteht, zumal wenn der Sex einvernehmlich geschieht und man ein gewisses Alter/eine gewisse Reife erreicht hat. Als ich selbst schwanger wurde, hatte ich auch grossen Respekt vor dem, was auf uns zukommen würde, aber als mein Arzt mich fragte, ob es ein Wunschkind sei, meinte ich: “Ja.” Seine Antwort: “Alles klar, mit 37 weiss man ja, was man tut.” Da hat er aber recht!
            Nichtsdestotrotz – danke für die Veröffentlichung dieses Textes, der zum Nachdenken anregt.

          • Liebe Ines, danke für deine Inputs. Woraus liest du, dass Abtreibung eine Art Verhütungsmethode ist?

          • Liebe Anja

            Wie geht denn wertungsfrei?
            Du nennst es ja auch ein perfektes Beispiel.

            Und kannst du erklären, wie bei einer Abtreibung das Leben des Kindes geachtet wird? Beziehungsweise wie du das meinst, dass dies kein Argument gegen eine Abtreibung sein soll? Auch wenn es gute Gründe für eine Abtreibung gibt, bleibt doch die Tatsache bestehen, dass damit das Leben des Kindes beendet wird.

          • Liebe Andrea
            Mit wertungsfrei meine ich nur, dass man bei einem Kommentar schreibt, was der Text mit einem macht – wie du und Angie und andere Kommentierende das wundervoll gemacht haben. Und eben nicht interpretiert, wie die Autorin ist oder wovor sie Achtung hat und wovor nicht. Dann bewertet man eine Person, die man nicht wirklich kennt anhand eines einzigen Textes. Drum hab ich mich an Ilonas Kommentar gestört, weil dort für mich ein Vorwurf mitschwingt, den ich so nicht stehenlassen wollte.
            Natürlich dürfen Leute schreiben, dass der Text sie traurig macht oder was sie dabei fühlen. Und ich bin mir sicher, die Autorin respektiert solche Empfindungen. Und drum schrieb ich auch explizit, dass wir es ein perfektes Beispiel finden. Dass andere das ganz anders empfinden können, ist uns bewusst.
            Ebenso, dass es bei diesem Thema sehr viele unterschiedliche Meinungen gibt. Aber hier passiert mehrheitlich genau das, was ich wunderschön finde: Es wird diskutiert, nachgefragt, laut nachgedacht. Wir werden nicht alle derselben Meinung sein, aber unseren Horizont erweitern, indem wir andere Ansichten hören.
            Und ich hoffe, allein schon damit, dass darüber gesprochen und geschrieben wird, wird das Stigma etwas aufgelöst und Menschen haben das Gefühl, sie dürfen darüber reden, was sie umtreibt.
            Ich kann nur für mich persönlich schreiben, wie bei einer Abtreibung das Leben des Kindes geachtet wird: Für mich persönlich braucht ein Kind Eltern, die bedingungslose Liebe geben können. Ist das nicht möglich, finde ich eine Abtreibung legitim – sofern sie gut überlegt ist und die Eltern der Auffassung sind, sie wollen dieses Kind nicht. Ja, der Embryo wird getötet, das ist so. Und, ja: Natürlich soll Verhütung stattfinden, dass es gar nicht so weit kommt. Abtreibung ist die allerletzte Lösung – und da frau nie weiss, wie sie letztlich körperlich und seelisch damit umgeht, nehmen das auch sehr sehr wenige auf die leichte Schulter.
            Ganz ehrlich: Ich hätte nicht abtreiben können. Aber meine Geschichte ist eine andere. Ich kann nur nachempfinden, wie es in mir drin aussieht. Drum versuche ich (was auch nicht immer gelingt), solche Erfahrungsberichte möglichst wertungsfrei anzunehmen – als die Geschichte von jemand anderes, der sie mit mir teilt.

      • Liebe Angie, liebe Andrea
        Wir respektieren eure Gefühle zu diesem Text und danken euch, dass ihr eure Kritik mehrheitlich sorgsam und nicht verletzend formuliert habt. Wir möchten aber unsere Autorin in Schutz nehmen, die hier ihre sehr persönliche Geschichte offenbart hat. Und zwar, um Frauen zu unterstützen, die eine Abtreibung wünschen und die mehrheitlich Horrorstorys darüber lesen oder hören. Wir möchten hier einen Gegenpol setzen und zeigen, dass es auch anders möglich ist. Dass die Autorin über intime Detiails wie die Verabschiedung und Bestattung schreibt und das dann als zynisch bezeichnet wird, finden wir enorm verletzend. Ich persönlich finde es ein schönes Beispiel, um Frauen zu zeigen, wie sie Abschied nehmen könnten. Es gibt nämlich allzu oft Fälle, wo das medizinische Fachpersonal nicht explizit fragt, ob man den Embryo behalten möchte. Oder wo die Frauen in dem Moment nicht wissen, was sie damit anfangen könnten. Manchmal fehlt ihnen dann ein wichtiger Teil im Verarbeitungsprozess einer Abtreibung. Genau deshalb sind wir so froh, hat Anne-Sophie auch darüber geschrieben.

          Antworten
        • Liebe Anja

          Danke für deine Antwort und Erklärung. Ich schätze euren Blog sehr, gerade weil ihr ohne Scheuklappen verschiedenste Themen ansprecht. Auch die Verarbeitung einer Abtreibung ist ein wichtiges Thema und ich finde es gut, schreibt ihr darüber.
          Aus meiner Sicht kommt diese Absicht, den Frauen Angst zu nehmen und ihnen bei der Verarbeitung zu helfen, bei dem Artikel aber nicht wirklich raus. Vielleicht ist das Beispiel dazu nicht so geeignet oder ich habe den Text falsch verstanden. Mit meinem Kommentar wollte ich einfach meinen Eindruck nach dem Lesen des Textes wiedergeben. Auch nach erneutem Lesen lassen mich Formulierungen wie, ein Baby werde zurück ins Universum geschickt, um dort ein paar weitere Runden zu drehen (wie ein Gegenstand, der wegen Nichtgefallen zurückgeschickt wird), oder der Entscheid sei ein „Ja zum Leben des Babys“ gewesen (obwohl es ja offensichtlich kein Leben dieses Babys geben wird), ratlos zurück. Und ich finde diese Wortwahl auch nicht gerade sensibel gegenüber all jenen, die unfreiwillig ein Kind verloren haben (oder keines bekommen können). Ich wollte mit meinem Kommentar jedenfalls niemanden verletzen.

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          • Liebe Angie
            Dass du niemanden verletzen wolltest, ist mir klar. Gell, ich bin eine Wortklauberin und fand “ist irgendwie zynisch” übergriffig. Wenn gestanden wäre “finde ich zynisch”, hätte es mich nicht getriggert, weil es dann klar deine Empfindung und keine Tatsache ist.
            Ich glaube, dieser Text wird von jeder Frau etwas anders gelesen, weil wir so viele unterschiedliche Geschichten haben. Da wir auch Texte über unerfüllten Kinderwunsch und Kindsverlust haben und uns diese Themen auch stark umtreiben, war uns bewusst, dass diese Frauen einen Text über eine “schöne” Abtreibung teilweise als unsensibel empfinden können. Es ist eine Gratwanderung, über solche Themen zu sprechen, ohne die Gefühle anderer zu verletzen.. gerade deshalb finde ich es so schön, wie hier kommentiert wird: Dass die Leute schreiben, was es der Text ihnen macht. Auf dieser Gefühlsebene können wir miteinander diskutieren und unseren Horizont erweitern, ohne den anderen ihre Gefühle abzusprechen. Drum danke ich dir und den anderen wirklich sehr für eure Kommentare. Wenn es anderen Frauen nach Lektüre des Textes ähnlich geht, wie euch, dann finden sie sich hier anerkannt und sehen “ich bin nicht allein mit meinen Empfindungen”.
            Und dieses Gefühl, dieses “Ich darf so fühlen, wie es mir entspricht, alles ist richtig” – genau das wollen wir in allen Lebenslagen vermitteln. Damit wir aufhören, an uns selber zu zweifeln und uns zu vergleichen. Und das Leben führen, das zu uns passt.

  • Es ist das erste mal, dass ich einen Leserbrief/Kommentar schreibe. Dieser Artikel hat mich aber befremdlich aufgewühlt, so dass ich meine Gedanken dazu anfügen möchte.
    Ich bin keine Abtreibungsgegnerin, gibt es doch Situationen, in welcher eine Abtreibung die beste Lösung sein kann.
    Aus dem Artikel lese ich, dass im beschriebenen Fall einzig und allein der Zeitpunkt der Schwangerschaft nicht stimmte. Ist dies Grund genug, einen Schwangerschaftsabbruch durchführen zu dürfen? Von Gesetzes wegen: ja. Moralisch: nun, dass muss jede(r) für sich entscheiden. Ich persönlich bin jedoch der Meinung, dass Abtreibungen für Notsituationen legalisiert worden sind. Eine solche war im Fall der Autorin jedoch nicht vorhanden. Oder zumindest nicht explizit beschrieben und somit für den Leser nicht ersichtlich, weshalb ich sehr Mühe habe, den Entscheid nachvollziehen zu können und mich der Text sehr traurig stimmt.

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    • Liebe Marion, danke für deinen feinfühlig formulierten Kommentar. Dass du geschrieben hast, was es mit dir macht und wie du es persönlich siehst, ganz ohne Vorwürfe. Wir schätzen das sehr, dass unsere Community so kommuniziert.

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  • Auch für mich – die absolut dafür ist, dass Frau selber entscheiden kann ob sie abtreiben will oder nicht – viel zu beschönigend geschrieben. Und das Kind kehrt keine Runde im Universum und kommt wieder zurück! Es kommt nie wieder zurück.

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  • Ich musste den Text nun nach ein paar Tagen ein zweites Mal lesen, um zu verstehen, was genau mich daran so irritiert. Ich war selbst überrascht über die Gefühle, die er in mir auslöste, denn ich bin so, so froh darüber, dass wir in der Schweiz frei darüber entscheiden können, ob wir ein Kind kriegen wollen, oder nicht. Wahrscheinlich ist es der Versuch, aus einer Abtreibung etwas Schönes, schon fast spirituelles zu machen (Abtreibung als lebensbejahendes Ereignis, Extrarunde des Babys im Universum – wo wir doch alle wissen, dass es genau dieses Kind niemals geben wird). Ich finde es wichtig, dass darüber gesprochen wird, dass eine Abtreibung keine emotionale Katastrophe sein muss. Aber es bleibt nun mal die Vernichtung eines Lebens und daran ist – aus meiner Sicht – nichts schön/romantisch. Aber vielleicht – hoffentlich – habe ich den Text auch einfach nicht so verstanden, wie er gemeint ist. Und ich möchte wirklich nicht falsch verstanden werden – ich finde es völlig legitim, dass man sich gegen ein Kind entscheidet.

      Antworten
  • Sehr mutig von der Autorin, so offen über ihre Entscheidung und Erfahrung zu berichten – vielen Dank dafür.
    Allerdings muss ich auch sagen, dass ich während des Lesens weinen musste und ich den Grund / Entscheid zur Abtreibung überhaupt nicht nachvollziehen kann. Der Artikel hat mich als Mutter echt getroffen und schockiert. Es waren doch zwei Erwachsene, reife Menschen, die während ihrer Partnerschaft einvernehmlich Sex hatten. Was war mit Verhütung? Ich kann es einfach nicht verstehen… Das Baby dreht nach einer Abtreibung keine Runde im Universum und kommt später wieder zurück – es ist tot.

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    • Liebe Annette
      Danke, das könnten meine Worte sein. Nach deinem Kommentar weiss ich auch, was mich an diesem Text so irritiert hat: Es ist für die Lesenden (oder zumindest für viele) unklar, weshalb eine erwachsene, reife Frau, die mit ihrem Partner einvernehmlich Sex hat und zuvor noch allen erzählt hat, dass sie bald Mutter werden möchte, ein Kind abtreibt. Und dann die Worte: “Diese junge Familie, wir könnten das immer noch eines Tages sein. Wir sind zwei junge, fruchtbare Menschen, die sich lieben. Wir haben das Privileg, beide Optionen zu haben. Wie wunderschön.” Da verstehe ich erst recht nicht mehr, weshalb sie abgetrieben hat. Nicht der ideale Zeitpunkt? Es gibt immer etwas, was den Zeitpunkt, ein Kind zu kriegen, vielleicht nicht ganz ideal macht … Auch, nachdem ich den Text mehrmals gelesen habe, bin ich noch irritiert, er wirkt einfach befremdlich auf mich.

        Antworten
  • Vielen Dank für diesen ehrlichen Artikel. Ich habe es auch getan… Hatte auch dieses klare “Nein” und “noch nicht”. Auch ich habe diese Entscheidung in erster Linie für mich und mein Leben getroffen und auch mir hat diese Entscheidung viel Klarheit gebracht. Ich bin noch heute dankbar, dass es möglich war, diese Entscheidung überhaupt zu treffen. Heute bin ich Mutter von 4 Kinder. 4 erwünschten Kinder. Es waren 4 schwere Schwangerschaften, aber gewollte Schwangerschaften. Zu all diesen 4 Kinder habe ich laut und deutlich “Ja” gesagt und es auch so gefühlt. Ich habe jede meiner 5 Entscheidungen bis heute nicht bereut. Ich fühle mich nicht als Mörder. Ich finde, man darf sich gegen ein Kind entscheiden. Und so paradox dies tönt, ich empfand es auch eine Entscheidung “für das Kind”.
    Ich respektiere sämlich andere Empfindungen. Will hier nicht für eine Abtreibung weibeln, es verherrlichen oder in den Himmel loben. Aber ich kann mich gut mit dem Artikel identifizieren. Das ist alles.
    Danke, dass die Autorin uns daran teilhaben lässt.

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  • Mich würde interessieren, welche Praxis dies war, die die Frauen offensichtlich in allen Belangen so gut begleitet. Darf dies verraten werden?

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  • Ich finde es sehr mutig, dass die Autorin offen über die Abtreibung spricht. Was mich aber irritiert, ist folgende Aussage: “Das Schönste daran: Diese junge Familie, wir könnten das immer noch eines Tages sein. Wir sind zwei junge, fruchtbare Menschen, die sich lieben. Wir haben das Privileg, beide Optionen zu haben. Wie wunderschön.” Die Entstehung von Leben ist ein Wunder und sehr störanfällig. Es ist keineswegs selbstverständlich, schwanger zu werden, es zu bleiben und schliesslich ein (gesundes) Kind zur Welt bringen zu dürfen. Es ist nicht eine Option, die man auf sicher hat. Dieses eine Baby wird nicht zurückkommen und die Garantie für ein anderes gibt es nicht.

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    • Liebe Bettina
      Du sprichst mir aus dem Herzen. Genau diese Aussage mit der Fruchtbarkeit stört mich auch. Als ob man ein Kind auf Knopfdruck bestellen kann, wenns grad passt.

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  • Bei solchen Texten und Geschichten kommt bei mir einfach als erstes die Frage auf, ob dann Verhütung in unserem Land und in unserer Zeit immer noch so wahnsinnig schwierig ist???Wir haben eine riesen Palette an Verhütungsmittel, für jedermann / und fraus Geschmack sollte doch da etwas dabei sein, und erfahrungsgemäß ist die Handhabung recht einfach. Und da frag ich mich dann einfach, wies immer wieder zu diesen ungewollten und ungeplanten Schwangerschaften kommen kann? Natürlich kann mal ein Gummi platzen (Pille danach?), eine Spirale verrutschen oder eine Pille vergessen gehen. Das ist jetzt natürlich rein hypothetisch, aber ich stelle mir vor, dass dies nicht der grosse Teil der Ursachen für ungewollte Schwangerschaften sind. Und da bleibt dann bei mir einfach dieser Eindruck zurück, oh, schwanger, ach nee, blöder Zeitpunkt, weg damit. Und der Spruch, mein Körper gehört mir, kann ich in diesem Kontext schon gar nicht mehr hören, ich find das gar nicht die entscheidende Frage. Mir würde mehr gefallen: Ich übernehme Verantwortung für mich, meinen Körper und für das, was entstehen kann, wenn zwei Menschen miteinander Sex haben, ohne zu Verhüten. Es tut mir leid, aber dieser Text, resp. die Art und Weise, wie Anne-Sophie über das “Ereignis” Abtreibung berichtet, find ich einfach nur stossend. Traurig. Und lässt mich wiedermal mit tausend Fragen zurück, wie den so die Mitmenschen funktionieren und was für Haltungen dem ungeborenen Leben gegenüber da sind. Ich bin übrigens in keinster Art und Weise eine “Marsch-fürs-Leben-Sympathisantin” oder so, einfach eine gut gebildete und emanzipierte junge Frau (ja, auch diese können solche Haltungen vertreten).

      Antworten
    • Ich lese in dem Text nicht, dass sie ohne Verhütung Sex hatten..und habe auch das Gefühl, das geht das Internet, “uns Lesende”, eigentlich nichts an, ob es so war oder nicht. Du schreibst selbst, Verhütung kann schiefgehen. Jap, das ist definitiv so, wie alles lässt sich auch Verhütung nicht bis auf 100% Gelingen kontrollieren und kann misslingen. Und es ist eigentlich egal, ob misslungenes Verhüten der Grund für eine Mehr- oder Minderheit der ungewollten Schwangerschaften und konkret für diese war/ ist, es reicht, dass sie es generell sein kann / gewesen sein könnte um etwas zu sein, was Relevanz hat für die Frage, ob es eine Art Pflicht zum Schwangerbleiben geben sollte… Ich finde es ist einfach nicht konsequent, für die körperliche Selbstbestimmung von Menschen mit Uterus zu sein, dann aber im Fall einer ungewollten Schwangerschaft zu verlangen, dass diese koste was es wolle ausgetragen wird – das sollte doch dann nicht plötzlich nicht mehr selbstbestimmt entschieden werden können von der schwangeren Person?? Ich persönlich habe mich erst im schwangeren Zustand ganz bewusst mit meinem Partner für den Beginn der gemeinsame Elternschaft entschieden und fand es unendlich wertvoll, dass uns dies so möglich war.

        Antworten
  • Ich finde die Kommentare von manchen Menschen hier sehr verstörend. Sie sind auch teilweise recht übergriffig. Das Thema Schwangerschaft und Abbruch ist unendlich sensibel und btw nicht vergleichbar mit einer Fehlgeburt oder anderweitigen nicht geplanten traurigen Ereignissen. Und ein Abbruch ist nie für eine Frau einfach. Nie! Ich habe noch nie jemanden gehört oder etwas gelesen, dass man das mal eben locker flockig macht. Klar, der Artikel kommt eventuell etwas zu leichtfüßig daher, aber was will man denn machen, wenn sich in einem alles sträubt ein Kind auszutragen (selbst wenn man sich generell vorstellen kann Kinder zu bekommen). Ich war selbst betroffen und konnte mir nie vorstellen abzutreiben, doch dann war der Fokus in dieser Lebenssituation bewusst auf mich, weil ich davor für Job und keine Ahnung was mich verloren habe (das steht übrigens in dem Artikel auch, dass Frau nicht die nächste Herausforderung möchte – niemand weiß, was die Verfasserin also eventuell auch gerade durch gemacht hat). Und es ist doch auch schön, wenn manche Frauen hier dann die Verantwortung übernehmen können und wollen. Nur trotzdem dürfen wir nicht unsere eigene subjektive Vorstellung auf andere Frauen übertragen. Was soll das denn immer? Jeder hat sein Leben und seine subjektive Wahrnehmung, Gefühlslage usw. Und ein Kind bekommt alles mit, was passiert. Und ein Kind spürt sogar, wenn es nicht gewünscht ist. Ein Kommentar hier von einer Mutter von 4 Kindern zeigt das doch ganz klar. Man kann doch für Leben sein, aber evtl. eben nicht in der Situation. Und ich hätte auch gedacht, zu 100% Ja zu sagen, wenn es mal so ist. Und gut, der Artikel ist eventuell etwas befremdlich in Bezug auf, dass man ja ganz schnell mal eben wieder schwanger werden kann. Nur sorry, ein Kind auszutragen, nur weil man biologisch in der Lage ist, finde ich auch schwierig. Als ich ungewollt schwanger war, hatte ich eine Freundin, die gerade probiert hatte, schwanger zu werden (erfolglos). Doch das kann doch nicht meine Motivation sein, ein Kind zu bekommen, nur weil ich es eben kann. Wie verrückt ist das denn? Und ja, das Thema ist schwierig. Und auch jetzt rückwirkend frage ich mich, ob es nicht auch anders gegangen wäre. Aber rückwirkend ist aber nun mal rückwirkend. Diese Entscheidung ist in jedem Fall lebensverändernd, und ich finde, man muss 100% dahinter stehen können. Es wird sowieso schwierige Phasen mit Kind geben. Und die werden wohl leichter, wenn man 100% dahinter stehen kann. Und nicht jede Frau ist eine Übermutter! Und wir müssen mal von diesem überzogenen Frauenbild wegkommen, was ich hier klar wieder lese. Das erzeugt Druck auf Mütter sowie auf Frauen, die sich gegen das Mutterdasein (in einem Moment) entscheiden. Denn auch Mütter haben nicht nur diese 100% Super-Feelings für ihr Kind. Ich kenne zumindest keine Mutter in meinem Alter, die so redet. Da gibt es immer mal schwache Momente. Und genauso wenig braucht man Beratung in Bezug auf Verhütungsmittel. Wenn man so alt ist und dann aus Versehen schwanger ist, setzt man sich schon selbst damit auseinander. Warum muss man dann hier wieder kommentieren, wie unfähig Menschen sind zu verhüten?! Und wenn man dann eben schlecht verhütet hat, muss man eben die Konsequenzen tragen. Ich finde das eine ziemlich schlechte Voraussetzung ein Kind in die Welt zu setzen. “Sorry, du warst nicht gewünscht, aber wir waren zu doof zu verhüten.” Und was auch nochmal wichtig ist. Man entscheidet sich nicht gegen eine Person oder ein bestimmtes Leben, sondern in dem Moment gegen das Konzept Kind. Ich bin froh, dass es solche Artikel gibt und ich glaube, es braucht noch mehr derartiger Artikel. Und ich hoffe, dass Leser es nicht als Werbung verstehen. Denn keiner mag Abtreibung und keiner mag es zelebrieren! Aber dieses Schlechtmachen der Frauen führt wirklich zu seelischen Problemen, und die braucht kein Mensch! Ich habe es in der eigenen Familie erlebt. Nicht die Tat, sondern die Stigmatisierung und gefühlte Schuld machen Frau kaputt! Also sollte das doch bitte mal aufhören. Und ich kann alle beruhigen: Es werden nicht mehr Schwangerschaften deshalb abgebrochen! Frau weiß schon, was sie tut!

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  • Vielen Dank für diesen Beitrag.
    Ich hatte selbst gerade einen Abbruch. Ich finde es unerhört, dass sich Menschen negativ zu einem Entscheid der nur einem selbst gehört äussern. Jedes Kind hat ein klares Ja verdient und man soll bereit sein es voll und ganz zu lieben. Und wenn man da noch nicht oder nicht bereit zu ist bin ich froh gibt es die Entscheidungsmöglichkeit in der Schweiz. Ich mache mich stark für starke Frauen und Selbstbestimmung. In Liebe

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  • Vielen Dank für diesen schönen Text. Eine Abtreibung ist keine leichtfertige Entscheidung. Am liebsten hätte man die Emtscheidung nicht treffen müssen. Aber die Situation lässt sich nunmal nicht ändern. Ich halte diesen Text für sehr wertvoll, weil er Mut macht und Hoffnung gibt, dass alles gut wird. Dass man mit dieser Entscheidung vielleicht irgendwann Leben kann, weil sie in diesem Moment, die Richtige gewesen ist.

    Es wird eine neue Perspektive auf diese schwierige Lebenssituation eröffnet, die ich persönlich wichtig finde. Gleichsam ist es ein gutes Gefühl, dass es noch andere Frauen gibt, die eine solche Entscheidung treffen mussten.

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  • Vielen Dank für diesen Beitrag.
    Ich gehe selbst gerade durch einen Abbruch und finde den Artikel sehr hilfsbereit! Ich finde es unmöglich, dass sich Menschen negativ zu einem Entscheid der nur einem selbst gehört äussern. Und wenn man da noch nicht oder nicht bereit ist, bin ich froh gibt es die Entscheidungsmöglichkeit in der Schweiz. Ich mache mich stark für starke Frauen und Selbstbestimmung.

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  • Mich hat der Text gar nicht aufgewühlt, im Gegenteil. Ich fand ihn offen, ehrlich und schön geschrieben.
    Danke für den Beitrag.

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  • Dieser Artikel, war neben anderen, einer der mir Mut gemacht hat, für meine Abtreibung. Ich habe diese Entscheidung seither jeden Tag bereut und die ersten Monate sehr gelitten. Mein Appell an alle, die schwanken: Wenn man sich unsicher ist, sollte man nicht glauben, dass man selbst ähnlich gut damit umgehen kann, nur weil andere es können. Man sollte sich die Gewissensfrage, deren Antwort immer eine subjektive ist, sehr ernsthaft stellen. Einen Abbruch vergisst man nie. Wenn man moralische Zweifel hat, wird man damit unter Umständen nur schwer fertig.

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  • Danke für diesen Text, der wunderbar geschrieben ist. Es ist unglaublich schwierig, solche Gedanken zu Papier zu bringen und ich finde das ist dir gelungen.
    Einige Kommentare hier finde ich alles andere als ok, um nicht zu sagen unsensibel oder fast übergriffig. Ja ok, man kann Kritik äussern.. trotzdem hat es hier einen sehr fahlen Beigeschmack und am liebsten würde man sagen, die sollen einfach die Klappe halten.
    Es ist offensichtlich, dass die meisten der “das Kind wurde getötet” (echt jetzt!?) oder “ist Verhütung so schwierig” oder am schlimmsten “wie egoistisch” Kommentierenden noch nie in dieser Situation gesteckt haben. Und wie du schreibst, wenn man das nie war, dann kann man schlicht nicht mitreden. Wer schreibt, der Text sei zu einfach oder leichtfüssig geschrieben, hat ihn offensichtlich nicht verstanden oder schlicht nicht die Fähigkeit, sich in andere Leute einzufühlen. Es war sehr berührend zu lesen.
    Genau hier sieht man, dass diese Möglichkeit, die wir in der Schweiz zum Glück haben, immer noch negativ behaftet ist und eine Abtreibungsentscheidung den Frauen zum Vorwurf gemacht wird. Es ist ein Gesellschaftsbild – wohl teilweise, wenn auch bei vielen Leuten unbewusst, von Religion und Konservativismus geprägt – welches sich (wie beim Thema Berufstätigkeit und Mutter/Eltern sein) hartnäckig hält und wohl noch 3 Generationen braucht, bis man dies endlich sachlicher betrachten kann.
    Ich habe mir bis jetzt auch immer angemasst, mir eine Meinung für eine solch potentielle Situation zu bilden bzw. war der Meinung, dass das mal passieren, ich genau wüsste, was ich tun werde. Jetzt bin ich in der Situation und es ist nicht so, egal wie sehr man sich das einredet oder sich (wenn man z.B. mal auf solche Texte stösst) denkt, dass man genau wüsste, was zu tun ist – man kann es sich eben nicht im Vornherein vorstellen bis man das Stäbchen mit den zwei Strichen in der Hand hält.
    Dieser Text hat mir auf jeden Fall sehr geholfen. Die einzige Frage, die ich mir gestellt hatte, war, wie hättest du/ihr entschieden, wenn du 10 Jahre älter gewesen wärst? Wobei dann sind wir wieder bei potentiellen Entscheidungen für Situationen, die (noch) nicht eingetroffen sind und worüber man noch so lange spekulieren kann, man weiss nicht, wie es wäre…

    Auf jeden Fall: DANKE!

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  • Ich habe den Artikel erst heute gelesen. Ich habe gerade selbst einen langen Tagebucheintrag verfasst, um das Gefühlschaos für mich zu verarbeiten. Ich selbst habe schon 2 gesunde Kinder und bin in einem wünschenswerten Leben angekommen. Meine Zweifel, die ich auch beim Konfliktgespräch einbrachte, waren, dass ich doch einem Leben nicht die Existenz nehmen kann. Daraufhin diskutierten wir, was Leben/Existenz ist. Ein Zellhaufen ohne Blutkreislauf, der aktuell nicht lebensfähig ist? Oder sollten wir zu Beginn einer Schwangerschaft tatsächlich von dem Zustand der Frau sprechen – der Schwangerschaft. Mir tat dieser Vergleich gut, da es um mich geht und um mein Leben.
    Mich hat dein Artikel gut aufgefangen und ich möchte dir dafür danken. Denn es vielleicht weiter zu tabuisieren oder Frauen zu verurteilen, hemmt das Recht auf Selbstbestimmung stark ein. Doch die Frauen sollten im Vordergrund stehen, ihr Leben, ihre Entscheidung. Und ein Zeichen von Demokratie ist auch das Aushalten von Meinungen und Entscheidungen.

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