15 Monate Mutter: Eine Zwischenbilanz


Ich bin jetzt seit 15 Monaten im Amt als Mutter. Bei Stellenantritt wusste ich nicht genau, was mich erwartet, und das war auch gut so. Ich wurde ins kalte Wasser geworfen, um zwanzig vor vier in der Nacht. Der Rest war und ist learning by doing. Mir geht es wie allen Eltern.

Nach etwas über einem Jahr ist es Zeit für eine Mitarbeiterevaluation, habe ich doch ein paar Lehrblätze gesammelt. Rückblickend hätte ich die mir selber vor Stellenantritt gerne mit auf den Weg gegeben. Öppe so:

Was man vor der Geburt einfach nicht wissen kann - ein Blogbeitrag von www.anyworkingmom.com
Wer hätte das gedacht. Ich nicht.

Liebes Ich, bald hast du einen neuen Job als Mutter.

Er wird dir gefallen, aber einige Sachen stehen nicht im Elternbrief. Merke:

#1: Es ist alles eine Frage der Organisation

Du hast diesen Satz schon oft gesagt, auch zu Menschen, die bereits Kinder haben. Stoisch haben sie deine Überheblichkeit hingenommen, im Wissen, dass dir die pränatalen Weisheiten im besten Moment um die Ohren fliegen werden. Dann, wenn Du mit Brei im Haar und falsch geknöpfter Bluse den nürzenden Spross auf der Hüfte balancierst, das iPhone zwischen deinen Zähnen klemmt und die Wickeltasche schmerzend am kleinen Finger hängt, weil du mit den anderen vier versuchst, irgendwie die Autotüre aufzukriegen.

Wenn dein Termin vor einer Viertelstunde am anderen Ende der Stadt begonnen hat. Wenn es nur einmal am Tag regnet und Sohnemanns Schmusetier in der nächsten Glungge landet. Weisheiten werden dir dann kaum um die Ohren fliegen. Ziemlich sicher aber der gerettete Glungge-Bär.

#2: Haare waschen ist ein Luxus

Weil Haare waschen dauert und Zeit dein knappstes Gut wird. Schläft Baby, kannst du es wagen. Du wirst deine Kopfhaut hektisch mit weissen Knöcheln schamponieren und du wirst Muskelkater im Mittelfinger kriegen. Den Conditioner lässt du aus. Du wirst unter der Dusche alle zwei Minuten dein Baby schreien hören, obwohl es selig schläft. Spätestens nach dem Abtrocknen bist du wieder bachnass. Liebes Ich: Kauf dir ein Trockenshampoo.

#3: Du nervst

Du bist per se keine relaxte Person. Dein nervöses Fusswippen ist dein Signature Move. Ständig bist du am Zeit optimieren, neu organisieren und planen und treibst damit deine(n) Nächsten in den Wahnsinn.

Liebes Ich: Es wird nicht besser. Du wirst eine dieser quakenden, mahnenden Mütter werden. Klar wirst du selten etwas vergessen, weil du jede Tasche drei Mal packst und noch zwei Mal zurück ins Haus rennst (ein drittes Mal, weil der Schlüssel noch steckt). Aber richtig, du vermutest es bereits: weder der grosse noch der kleine Mann werden das besonders zu schätzen wissen.

#4: Halt die Klappe

Ja, du hast im Vorfeld mehrmals kommuniziert, was du von Babysonnenhüten hältst. Wenig.

Anyworkingmom - ein Babyzeichensprachenfan
Häbsch-mi, gschpürsch-mi, verschteisch-mi

Zeichensprache für Babies ist esoterischer Quatsch und sowas machen nur diese Häbsch-mi-gschpürsch-mi Tragetuchfanatikerinnen, die bis zum Kindergarteneintritt stillen. Zweisprachige Krippen sind elitär.

Liebes Ich, guck mal tief in die Glaskugel: Du wirst deinem Sohn den hässlichsten Sonnenhut kaufen, den du findest – weil es der einzige ist, den du finden kannst und du JETZT einen brauchst.

Dein Kleiner wird dich nachahmen, wenn du mit der Hand einen Entenschnabel imitierst und wird schon bald ein ganzes Arsenal an Zeichen beherrschen, worauf du dir begeistert ein Buch über Babyzeichensprache kaufen wirst und im Freundeskreis zu missionieren beginnst. Und nach 12 Wochen USA wird dir nichts logischer erscheinen, als eine bilingue Krippe. Du hesch no ke Ahnig, Mutter!

#5: Er wird kommen.

Vielleicht auch mehrmals im Jahr. Der Mom-of-the-Year-Moment, in dem genau das passiert, von dem alle denken, mir passiert das nie. Wenn das Herz stehen bleibt, weil Baby vom Wickeltisch gefallen ist, der Kinderwagen auf die Strasse rollt, das Gartentor nur für eine Minute offen stand, das Tripp-trapp kippt, das Kind in der Badewanne den Heisswasserhahn erwischt.

Du wirst all diese Geschichten von den besten Eltern hinter vorgehaltener Hand hören, weil sich alle dafür schämen. Aber auch dein Moment wird kommen, liebes Ich. Spätestens dann, wenn dein Sohn im Auto mit dem einzigen Autoschlüssel spielt und er bei dreissig Grad im Schatten die Zentralverriegelung entdeckt. Und du draussen stehst.

Liebes Ich, du wirst an mich denken. Und jetzt: witermache!

 

#daschamebruche aus unserem Concept Store

zu den Kommentaren

DAMIT DU WEISST, WAS LÄUFT

Abonniere jetzt unsere persönlichen Newsletter und erhalte als Dankeschön unsere

Familien-Packliste für Skiferien!

Wir bewahren deine Daten sicher auf und teilen sie nur mit Drittanbietern, die diesen Service ermöglichen. Mehr Infos in unserer Datenschutzerklärung.

11

11 Kommentare zu “15 Monate Mutter: Eine Zwischenbilanz

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Warenkorb

loader